Heinz Zielinski.
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Heinz Zielinski.

Personalie

Neue Führung für Landesstiftung

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Der 72-jährige Heinz Zielinski löst Claudia Müller-Eising bei „Miteinander in Hessen“ ab.

Die Förderung des Ehrenamts lag dem Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) besonders am Herzen, als er sein Amt antrat. „Das ist ein großer Schatz, der noch gehoben werden kann“, sagte er Anfang 2012, als die von ihm angeregte Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ gegründet worden war. Von Beginn an war politisch umstritten, ob die Arbeit der Stiftung diesem Anspruch gerecht wird.

Seit dem Jahreswechsel steht die Landesstiftung nun unter neuer Führung. Der 72-jährige Heinz Zielinski, ein langjähriger Wegbegleiter Bouffiers aus dem Innenministerium, hat die Geschäftsführung übernommen. Er hatte sich im Landtagswahlkampf 2018 für die Initiative „Wir für Bouffier“ engagiert.

Auf der Homepage von „Miteinander in Hessen“ wird zwar noch Claudia Müller-Eising als geschäftsführendes Vorstandsmitglied genannt. Doch die CDU-nahe Juristin hat diese Position nicht mehr inne. Das bestätigten alle Beteiligten auf FR-Anfrage.

Zielinski gehört von Anfang an dem Stiftungsvorstand an. Er sagte der FR: „Wir werden die Arbeit fortführen. Sie ist erfolgreich gewesen.“ Die scheidende Geschäftsführerin Müller-Eising und der stellvertretende Regierungssprecher Marco Kreuter erklärten übereinstimmend, es sei von Anfang an geplant gewesen, dass Müller-Eising den Posten nur temporär übernehme. Sie war mit einer halben Stelle für die Stiftung tätig.

„In sehr guter Verfassung“

Daneben engagiert sie sich im sozialen Bereich: Müller-Eising führt die Geschäfte des Neuroneums, das sich um die Rehabilitation von Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen kümmert. Ihre Arbeit sei dort so fordernd geworden, dass für die Stiftung Miteinander nicht genug Zeit bleibe, sagte Müller-Eising. Sie hinterlasse die Stiftung in „sehr guter Verfassung, sowohl was die Projektarbeit als auch was die finanzielle Stabilität angeht“.

Das sieht auch die Landesregierung so. Müller-Eising habe einen „sehr guten Job“ gemacht, attestiert Sprecher Kreuter. Sie habe die Institution von einer „reinen Förderstiftung weiterentwickelt hin zu mehr eigenen Projekten“. Die Stiftung Miteinander wurde vom Land mit einem Kapital von 20 Millionen Euro ausgestattet. Sie hilft vor allem beim Aufbau von Bürgerbus-Initiativen, bei denen Ehrenamtler auf dem Land für Mobilität sorgen. Aktuell unterstützt sie finanziell eine Spendenaktion der Diakonie, bei der Obdachlose mit winterfesten Schlafsäcken ausgestattet werden.

Die SPD hat den Eindruck gewonnen, dass „die Stiftung nicht viel im Sinne ihrer Aufgabenstellung gemacht“ habe. „Stiftungsziel war nicht, Bürgerbusse zu fördern“, urteilt der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Günter Rudolph, der dem Stiftungskuratorium angehört.

Die Stiftung machte anfangs Schlagzeilen, weil sie 2014 deutlich mehr Geld für ihre Verwaltung ausgegeben hatte als für Projekte. 2015 steigerte die Stiftung zwar die Ausgaben für Projekte deutlich, hatte aber am Ende des Jahres einen Verlust von Stiftungsvermögen in den Büchern stehen. Der wurde 2016 wieder ausgeglichen. Der Jahresbericht für 2018 soll demnächst veröffentlicht werden.

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