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Eine Eiche.

Natur

Neue Eichenarten könnten Dürrefolgen vermindern

Heimische Baumarten leiden teils erheblich unter den Dürreperioden in Folge des Klimawandels. Was tun, damit Hessens Wälder nicht sterben? Wissenschaftler setzen Hoffnungen auf die südeuropäische Verwandten der Eichen.

Hessens Wälder könnten mit der systematischen Anpflanzung mediterraner Eichenarten nach einem Vorschlag von Forschern widerstandsfähiger gegen Dürre werden. Dies gelte speziell für stark vom Klimawandel betroffene Regionen wie die Sandböden im Rhein-Main-Gebiet, teilten Wissenschaftler vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Johannes Goethe-Universität in Frankfurt mit.

Im „South Hesse Oak Project“ (Südhessisches Eichenprojekt/SHOP) suchen Experten seit 2011 nach Strategien, um einer befürchteten Versteppung des Waldes entgegenzuwirken. Bei einem Fachsymposium geht es am (heutigen) Donnerstag in Weilburg im Taunus um „Baumarten im hessischen Wald der Zukunft“.

„Die Eiche ist hierzulande einer der ökologisch wichtigsten bestandsbildenden Bäume“, erklärte der Biologieprofessor Wolfgang Brüggemann. „Sie steht aber häufig auf extrem trockenen Standorten und wird daher vom Klimawandel besonders stark betroffen sein.“ Die alternativen Baumarten müssten nicht nur trockenresistenter als die heimische Stieleiche sein, sondern auch kalte Winter gut überstehen.

Dürrejahre setzten Bäumen zu

Als mögliche Kandidaten haben die Forscher die südeuropäische Flaumeiche (Quercus pubescens) oder unter bestimmten Bedingungen die immergrüne Steineiche (Quercus ilex) identifiziert. Während die Flaumeiche frosthart ist übersteht die Steineiche nach den Worten von Brüggemann nur Temperaturen von bis zu Minus 18 Grad Celsius.

Laut Prognosen verschöben sich mit dem Klimawandel die Verbreitungsgrenzen mediterraner Arten in Richtung Mitteleuropa, erläuterte die Biologin Vera Holland. „Der Klimawandel schreitet aber viel schneller voran, als dass die natürliche Einwanderung dieser Baumarten damit Schritt halten und schnell genug die Lücken füllen kann, die durch Extremwetterereignisse entstehen.“ Eine gezielte Aufforstung mit mediterranen Arten greife diesem Prozess vor und verhindere, dass Waldgebiete schrumpfen.

Wie aus dem aktuellen Waldzustandsbericht hervorgeht, haben zwei Dürrejahre in Folge den Bäumen in Hessen erheblich zugesetzt. Der Wald insgesamt ist derzeit in dem schlechtesten Gesundheitszustand seit Beginn der Erhebung vor 36 Jahren. Die Hälfte der toten Bäume sind demnach Fichten. Eiche und Kiefer lagen auf dem Niveau des Vorjahres. Während die Absterberate bei Eichen im langjährigen Mittel bei 0,3 Prozent liegt, gingen in diesem Jahr 0,9 Prozent der Eichen ein - ausschließlich in Südhessen. (dpa)

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