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Neue Cafés und mehr Grün für die Innenstadt

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OBERURSEL Vorstadt und Altstadt sollen miteinander verwachsen

Wer dieser Tage durch die Vorstadt läuft, der blickt auf Höhe der Hausnummer 26 wahrscheinlich etwas wehmütig drein. Klafft doch dort, wo viele Oberurseler im Laden von Jürgen Herbertz jahrzehntelang Geschenke, Partyzubehör, Faschingsverkleidung und Weihnachtsdeko erwarben, nun eine große Lücke. Neun Monate nach der Schließung des Geschenkartikel-Ladens und gut eineinhalb Monate nach Beginn der Abrissarbeiten am 20. Juni ist das Geschäftsgebäude Geschichte.

Ersetzt wird es in den kommenden Monaten durch einen mehrstöckigen Neubau. Neun Wohnungen in den Obergeschossen und drei Ladengeschäfte im Erdgeschoss - darunter ein Café mit Außenbereich nach hinten hin zur Stadthalle - sollen hier Platz finden. Die Tiefbauarbeiten starten voraussichtlich schon in dieser Woche. Was der eine bedauern mag, gilt Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) als Beispiel für den Wandel in der Oberurseler Innenstadt. "Ein Geschäft schließt, etwas Neues entsteht", meint die Rathauschefin. Nicht nur in der Vorstadt 26, sondern auch an vielen weiteren Stellen im Stadtzentrum seien die Dinge derzeit "im Umbruch".

Gemeinsam mit Citymanager Marcus Scholl führt Runge durch den Stadtkern, in dem sich in naher Zukunft einiges verändern wird. Da ist zunächst einmal das derzeit leerstehende Gebäude der ehemaligen Stadtschänke direkt gegenüber der Baustelle. Auch hier ist ein Neubau mit Wohnungen oben und Läden sowie Büros unten geplant. Dass Geschäfte und Schaufenster in der Vorstadt präsent blieben, sei der Verwaltung sehr wichtig, sagt Runge. "Die Innenstadt muss interessant bleiben. Das geht nicht, wenn Ladenflächen in Wohnraum umgewandelt werden."

Wann es losgeht, ist noch unklar. "Eine Baugenehmigung wurde noch nicht erteilt", erklärt Scholl. Nichts Spruchreifes ist derzeit auch einige Meter weiter beim Intersport Taunus in Sicht. Ein Neubau steht hier zwar nicht an. Nach dem Tod des Inhabers und der Geschäftsaufgabe des Sportgeschäfts werden die Räume aber neu vermietet. Die Eigentümer seien derzeit im Gespräch mit verschiedenen Interessenten - sowohl für die gesamte Ladenfläche wie auch eine aufgeteilte Nutzung. Vorstellbar sei, die oberen Geschosse für Praxisflächen und Wohnraum zu verwenden und unten an den Einzelhandel zu vermieten.

Raum für Vereine

in der Strackgasse

Daneben gebe es einige weitere Neueröffnungen, sagt der Citymanager und zählt auf. Im Herbst startet in der Ackergasse ein Unverpackt-Laden, im September ein Radsportbekleidungsgeschäft mit Cafébereich in der Eppsteiner Straße/Ecke Obere Hainstraße. Vorher war dort Mrs. Sporty drin, jetzt soll die Ecke zum "Radfahrer-Treffpunkt" werden. Die Möglichkeit einzukehren, gibt es bald auch in einem neuen Waffel-Laden direkt neben der Vorstadt 26 und im Holzweg, wo ein französisches Café entsteht. Natürlich wisse sie, dass einige meinten, es gebe in der Stadt bereits genügend Gastronomie, sagt Runge. "Aber wenn man sich mal umsieht, sind die Cafés alle voll besetzt. Das Angebot wird genutzt."

Das Thema Innenstadt will die Bürgermeisterin nicht nur aufgrund der wachsenden Konkurrenz durch den Online-Handel "ganzheitlich" betrachten. "Wir müssen ein Einkaufserlebnis bieten, das es im Internet nicht gibt", sagt sie. "Mehr Grün, mehr Sitzmöglichkeiten und mehr interessante Flächen" sollen die Aufenthaltsqualität steigern. Das Zentrum müsse "als Ganzes" wahrgenommen werden. "Wir wollen die Innenstadt erweitern und größer denken." Die Verwaltung plane, die Trennung der Abschnitte Altstadt, Vorstadt und Epinayplatz/Holzweg aufzubrechen.

Wie Runge sich das vorstellt, wird auf der Rückseite der Baustelle in der Hospitalstraße ersichtlich. Übers neue Café und eine Neugestaltung des bisher als Parkplatz genutzten Bärlebachplatzes - geplant sind Begrünung und Entsiegelung, eine Beschlussvorlage geht nach den Ferien ins Stadtparlament - sollen Vorstadt und Altstadt miteinander "verwachsen".

Zum Konzept gehört außerdem das neue "Kommunikationszentrum Altstadt". Dort, wo früher das Handwerksgeschäft Alberti beheimatet war, eröffnen Stadt, katholische Pfarrei, der Internationale Verein Windrose und der Kultur- und Sportförderverein Oberursel (KSfO) Ende Oktober eine Art Multifunktionsgebäude. Der Eine-Welt-Laden zieht ein, es wird ein Café und ein Kolleg für Vereine geben und auch Raum für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen. "Eine interessante Mischung", sagt Runge.

Große Veränderungen stehen auch auf der anderen Seite der Vorstadt an. Hier sollen ein neu begrünter und konzeptionierter Chopin-Platz und eine hellere Gestaltung der Holzweg-Passage die Vorstadt in Richtung Epinayplatz und Holzweg öffnen.

Zudem ist vorgesehen, dass der Gebäudekomplex zwischen Chopin-Platz, Kumeliusstraße und Epinayplatz, abgesehen von der vordersten Häuserzeile an der Kumeliusstraße, abgerissen und neu errichtet wird, sagt Scholl. Ein genaues Zeitfenster dafür gebe es aber bisher noch nicht.

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