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Neubau der Grundschule am Rebstockpark

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Die neue Fassade der Grundschule soll golden glänzen.
Die neue Fassade der Grundschule soll golden glänzen. © pfp architekten

Die Neugestaltung der Grundschule folgt der Idee der Faltung und Entfaltung. 18,8 Millionen Euro stehen der Stadt für den Bau zur Verfügung. Von Kim Behrend

Von Kim Behrend

Die Grundschule am Rebstockpark wird ein extravagantes Bauwerk. So viel steht fest. Und sollte das Stadtschulamt beim Bau der Grundschule am Rebstockpark zu guter Letzt auch wirklich alle Vorgaben des Architekten realisieren, dann erhielte das Gebäude gar noch eine gold-metallene Fassade.

"Nahezu jede Außenwand ist gefaltet oder in ihrem Verlauf gebrochen, kein Winkel ist rechtwinklig", erläutert Sigrid Eichler vom Hochbauamt den Entwurf während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Diese Extravaganz des Siegerentwurfes berücksichtige Vorgaben aus dem Bebauungsplan. So habe der Architekt Peter Eisenman seinem Entwurf für das gesamte Neubaugebiet die Idee der Faltung und Entfaltung zugrunde gelegt. Diese Gestaltungskriterien seien nun verbindlich im Bebauungsplan festgehalten. Das Architekturbüro Friedrich habe sie in dem Entwurf der Grundschule umsetzen müssen. Die Fassade der Grundschule solle nun die "Brechungen und Verwerfungen des Lebens" symbolisieren und das eben möglichst in Gold.

In der Umsetzung, so viel steht ebenfalls schon fest, wird diese Architektur Stadtschulamt und Hochbauamt vor besondere Herausforderungen stellen. So muss unter anderem die Akustik in den Klassenräumen gesondert geprüft werden. Kein Raum ist rechteckig, da fehlen Erfahrungswerte.

18,8 Millionen Euro stehen der Stadt für den Bau der Schule zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Erlös der Grundstücke am Rebstockpark. Die Summe soll nicht alleine in die Umsetzung der Besonderheiten investiert werden. Die Schule muss auch den Anforderungen aus dem Standardraumprogramm genügen. In dem Gebäude, das aus der Luft betrachtet wie ein X mit dickem Bauch in der Mitte aussieht, kann also jederzeit ein Ganztagesschulbetrieb aufgenommen werden. Neben den Räumen für die Klassen und die Verwaltung sind auf den 7670 Quadratmetern Bruttogeschossfläche eine Garderobe mit Spinden, Mischküche, Cafeteria mit angeschlossenem Mehrzweckraum sowie eine Bibliothek vorgesehen. Die Sporthalle ist in einem Gebäude unmittelbar neben der Grundschule untergebracht.

Bis zum Beginn des Schuljahres 2012 will das Stadtschulamt als Bauträger die Arbeiten an dem Gebäude abgeschlossen haben. In naher Zukunft soll es eine vierzügige Grundschule beherbergen. Wie Walter Faulhaber vom Stadtschulamt ergänzt, werden die Kinder vom Rebstockpark das Gros der Schüler stellen. Kinder aus dem Kuhwald und dem Europaviertel kämen hinzu.

15 Kinder vom Rebstockpark, die nächstes Jahr schulreif sind, werden zunächst in der Eichendorffschule in Griesheim eingeschult. Ein Bus wird sie täglich am Rebstockpark abholen. Daran ändert sich voraussichtlich auch nichts, wenn sie in drei Jahren in die neue Grundschule wechseln werden.

Da die Schule nördlich der Leonardo-da- Vinci-Allee liegen wird, das Neubaugebiet sich aber südlich dieser Allee erstreckt, bleiben die Schulwege auf dem Areal lang. Je nach Wohnort ist der Schulweg länger als 2,5 Kilometer, weswegen es auch in Zukunft einen Schulbus am Rebstock geben wird.

Ob die Schule 2012 hingegen gleich als Ganztagesschule in Betrieb geht, ist offen. Das Profil sowie das Konzept für eine Betreuung am Mittag oder eine Ganztagesschule werde von den Lehrern erarbeitet, die vom staatlichen Schulamt kämen. Das Stadtschulamt habe darauf keinen Einfluss, sagt Faulhaber.

Die Eltern, die der Sitzung beiwohnten, waren mit dieser Antwort unzufrieden. "Die meisten Eltern dort sind beide berufstätig und wenigstens auf eine Übermittagbetreuung dringend angewiesen", sagt die Kinderbeauftragte Kerstin Mattig. In Sachen Betreuung aber stünden sie immer noch ohne Lösung da und die Zeit dränge.

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