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Andreas Lichert, AfD Hessen und ehemaliger Betreiber der Projektwerkstatt Karben, beim Herkules-Kreis in Ludwigsau-Friedlos.
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Andreas Lichert, AfD Hessen und ehemaliger Betreiber der Projektwerkstatt Karben, beim Herkules-Kreis in Ludwigsau-Friedlos.

Andreas Lichert

Neu-Rechter drängt in hessische AfD-Spitze

  • Danijel Majic
    VonDanijel Majic
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Mit Andreas Lichert drängt ein Vertreter der Neuen Rechten in Vorstandsspitze der AfD Hessen. Er ist Vorsitzender eines Vereins, der die wichtigste Denkfabrik der Strömung in Deutschland betreibt.

Die hessische AfD setzt ihren Parteitag am Wochenende 16. und 17. Dezember in Gießen-Allendorf fort. Diesmal soll es gelingen, einen neuen Vorstand zu wählen. Vor einem Monat hatte die Zeit dafür nicht ausgereicht. Für das Amt des Sprechers kandidieren bislang Robert Rankl (Kreis Offenbach), Robert Lambrou (Wiesbaden) sowie die beiden Wetterauer Klaus Herrmann und Andreas Lichert. Für den Bundestag hat es bei dem Bad Nauheimer Lichert nicht gereicht. Jetzt hofft der exponierte Vertreter der Neuen Rechten auf anderem Weg Karriere in der Partei zu machen. 

Lichert ist Vorsitzender des Vereins für Staatspolitik, der als Träger das gleichnamige Institut für Staatspolitik (IfS) mit Sitz in Schnellroda, Sachsen-Anhalt, betreibt. Das IfS gilt als wichtigste Denkfabrik der Neuen Rechten in Deutschland. Der ihm angeschlossene Antaios-Verlag von Götz Kubitschek - der mit seinem Auftritt auf der Buchmesse für einen Eklat sorgte - ist der mittlerweile wichtigste Herausgeber rechter Literatur. 

Neben seiner publizistischen Tätigkeit hat sich das IfS in den letzten Jahren zu einer Art Kaderschmiede der Neuen Rechten gemausert, in der regelmäßig Vertreter des völkischen Flügels der AfD aber auch der rechtsradikalen Identitären Bewegung zu Gast sind. Eine Aufnahme von Götz Kubitschek und seiner Ehefrau Ellen Kositza in die AfD scheiterte 2015 noch am Widerstand der damaligen Parteiführung unter dem später geschassten Bernd Lucke.

Lichert selbst hatte bereits 2013 mit der „Projektwerkstatt“ in Karben eine Art Ableger des IfS gegründet. Dort traten nicht nur regelmäßig Autoren aus dem Umfeld des Antaios-Verlages auf, sondern auch Referenten der vom baden-württembergischen Verfassungsschutz als „größte rechtsextreme Kulturvereinigung“ bezeichneten Gesellschaft für freie Publizistik (GfP). Gerüchte, wonach die „Projektwerkstatt“ auch hessischen Identitären als Treffpunkt diente, hatte Lichert stets verneint. 

Zweifel an dieser Darstellung erhielten allerdings Ende August 2017 neue Nahrung, als bekannt wurde, dass Lichert als Bevollmächtigter der mit dem IfS verbandelten Titurel-Stiftung am Erwerb einer Immobilie in Halle beteiligt war, die inzwischen hauptsächlich vom örtlichen Ableger der Identitären Bewegung genutzt und zum Kulturzentrum ausgebaut werden soll.

Die AfD hatte sich bislang - trotz weitreichender personeller Überschneidungen - gegen eine Zusammenarbeit mit der vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung verwahrt. Lichert hatte darauf verwiesen, dass der Mieter nicht die Identitären seien, sondern die rechte „Ein-Prozent-Initiative“. In der allerdings arbeiten AfD-Politiker und Vertreter der Neuen Rechten - allen voran Götz Kubitschek - offen zusammen. 

Kubitschek selbst hat inzwischen Abstand von einem Parteieintritt genommen. Dafür, dass seine Positionen in der AfD vertreten sein werden, sorgen jetzt andere. (mit jur)

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