Als Schlagzeuger der Band „Gypsys“ ruft Michael Kercher zum Musikboykott auf.
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Als Schlagzeuger der Band „Gypsys“ ruft Michael Kercher zum Musikboykott auf.

Neu-Isenburg

Neu-Isenburger ruft zum Musikboykott auf

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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„Einen Tag lang keine Musik“ fordert der Musiker Michael Kercher aus Neu-Isenburg. Er organisiert am 11.11. ab 11.11 Uhr einen Boykott, um für die Nöte der Künstler zu sensibilisieren.

Keine Musik am 11.11. ab 11.11 Uhr. Das wünscht sich der Musiker Michael Kercher aus Neu-Isenburg. Unter dem Motto „Einen Tag lang auf Musik verzichten“ hat er zum Musikboykott aufgerufen und will so demonstrieren, wie relevant Musik und Kultur für unsere Gesellschaft sind. Weil Musiker, Künstler und Kulturschaffende nicht gewerkschaftlich organisiert sind, würden sie nicht gehört und aktuell „als Corona-Kollateralschaden auf dem Altar geopfert“, so Kercher. Vielleicht werde durch den Boykott „auch dem letzten Menschen klar, wie es sich anfühlt, wenn es uns nicht mehr gibt“.

Kercher hat seine Idee über E-Mails, soziale Medien und den Offenen Kanal verbreitet. Auch Radio- und Internetsender hat er gebeten, doch einen Tag lang keine Musik zu senden und nur noch Sprachbeiträge zu bringen. Vom HR und von FFH erhielt er aber Absagen. Es sei für sie rechtlich völlig ausgeschlossen, keine Musik zu spielen – „auch wenn man meine Idee sensationell fand“, sagt er. Auch Helene Fischer, Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Campino hat er um Unterstützung gebeten. Sie sollen dazu aufrufen, am 11. November ihre Musik nicht mehr zu spielen. „Die haben sich aber nicht gemeldet.“

Trotzdem war er in Teilen erfolgreich. Die Hamburger ECE Projektmanagement GmbH habe zugesagt, in ihren Einkaufscentern keine Musik laufen zu lassen. Das Unternehmen betreibt unter anderem das Isenburg-Zentrum. Auch andere Firmen werden sich laut Kercher solidarisch zeigen.

Der 65-Jährige, der in der Band „Gypsys“ das Schlagzeug spielt, ist von der Corona-Krise selbst stark betroffen. „Als Band waren wir eigentlich von April bis Ende September so gut gebucht wie nie zuvor“, sagt er. Ab April wurden die Konzerte dann coronabedingt einmal im Monat gestreamt – „ohne Einnahmen“.

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