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Dirk Gene Hagelstein (li.), der neu gewählte Bürgermeister der Stadt Neu-Isenburg, zusammen mit seinem Ehemann Jens.
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Dirk Gene Hagelstein (li.), der neu gewählte Bürgermeister der Stadt Neu-Isenburg, zusammen mit seinem Ehemann Jens.

Neu-Isenburg

Neu-Isenburg: SPD-Sieg in schwarz-grüner Hochburg

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Während die SPD jubelt, sucht die CDU in Neu-Isenburg nach der Niederlage in der Bürgermeister-Stichwahl nach den Ursachen.

Mehr als 40 Jahre lang hat es in Neu-Isenburg keinen sozialdemokratischen Bürgermeister mehr gegeben. Genauso lang war Neu-Isenburg auch im Stadtparlament eine schwarz-grüne Hochburg. Der überraschende hauchdünne Sieg des SPD-Bewerbers Gene Hagelstein bei der Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag hat seine Kontrahenten Stefan Schmitt (CDU) und dessen Parteikolleginnen und Kollegen geschockt – und hat für ein Novum gesorgt: Hagelstein ist der erste schwule Bürgermeister im Kreis Offenbach.

Der 54-Jährige ist seit 2004 in eingetragener Lebenspartnerschaft mit seinem Mann Jens liiert; 2017 wurde diese Partnerschaft in eine Ehe gewandelt. Auf seinen Wahlplakaten waren die Regenbogenfarben aufgedruckt.

Bürgermeisterkandidat stünde als Erster Stadtrat zur Verfügung

Nachdem sich der unterlegene Kandidat Schmitt gefasst hatte, gab er noch am Sonntagabend bekannt, dass er auch unter einem Bürgermeister Hagelstein für den Posten des Ersten Stadtrats zur Verfügung stehen würde. Seine Amtszeit endet turnusgemäß am 30. Juni kommenden Jahres.

Zweieinhalb Monate vorher, am 11. April 2022, beginnt die Amtszeit des neuen Bürgermeisters, der am Sonntagabend sein Glück kaum fassen konnte. Hagelstein, den fast alle nur mit seinem zweiten Vornamen Gene ansprechen, hat für die Sozialdemokraten das Unmögliche möglich gemacht: Zwei Wochen nach seinem äußerst knappen Einzug in die Stichwahl – mit zwölf Stimmen mehr als Grünen-Kandidat Oliver Gröll – hat er am Sonntag erneut äußerst knapp gewonnen. 44 Stimmen entschieden über seinen Erfolg.

CDU Neu-Isenburg geht kritisch mit sich selbst ins Gericht

Am Tag danach stand bei der CDU die Frage nach dem Warum im Fokus. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Hatzfeld gab sich selbstkritisch: „Man kann nicht alles auf den Bundesbonus der SPD schieben.“ Die CDU werde sich die Frage stellen müssen, welche Anteile der Kandidat oder die Kampagne an der Niederlage haben. „Eventuell waren einige durch die Intensität des Wahlkampfs genervt.“ Schmitt war quasi auf allen Kanälen präsent.

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag nur bei 34,1 Prozent. Neu-Isenburgs ehemaliger CDU-Bürgermeister Oliver Quilling erhielt am Sonntag bei der Landrats-Stichwahl in der Stadt 7000 Stimmen, seinem Parteikollegen Schmitt dagegen gelang es nicht, diese Stimmenanzahl zu erreichen. Der Erste Stadtrat sammelte am Sonntag nur 4617 Stimmen ein – fast 1700 Stimmen weniger als beim ersten Wahlgang. Der SPD-Kandidat dagegen legte um mehr als 1300 Stimmen zu. Er mobilisierte Wählerinnen und Wähler, die zwei Wochen vorher für einen der anderen Bewerber gestimmt hatten.

Künftiger Bürgermeister hofft auf wechselnde Mehrheiten

„Hagelstein wird schauen müssen, wie er seine Mehrheiten organisiert“, sagte Maria Sator-Marx von den Grünen. Markus Munari, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, machte aber gleich klar, wie es funktionieren könnte: „Aufgrund der Sachlage würde Hagelstein gerne mit wechselnden Mehrheiten arbeiten.“ Er glaubt, dass „die Motivation, die Koalition fortzusetzen, bei den Grünen jetzt nicht mehr besonders groß ist“. Der Wahlgewinner gab sich weniger parteipolitisch: „Ich regiere als Bürgermeister nicht gegen eine Stadtverordneten-Mehrheit, sondern mit einer Stadtverordnetenversammlung aus Isenburgern.“ (Siehe auch Kommentar)

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