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Die Mietwohnungen im Stadtquartier Süd werden denen ähneln, die die Gewobau im Neubaugebiet Birkengewann entstehen hat lassen.
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Die Mietwohnungen im Stadtquartier Süd werden denen ähneln, die die Gewobau im Neubaugebiet Birkengewann entstehen hat lassen.

Neu-Isenburg

Neu-Isenburg: SPD gegen Eigentumswohnungen im Stadtquartier Süd

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Die SPD will nicht, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau im Stadtquartier Süd Eigentumswohnungen baut. Dort sollten nur Mietwohnungen geschaffen werden.

Soll die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Gewobau im geplanten Stadtquartier Süd in Neu-Isenburg Eigentumswohnungen schaffen? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Nachdem in dem Neubauviertel keine einzige geförderte Wohnung entstehen wird, plädiert die SPD dafür, dass die städtische GmbH dort wenigstens ausschließlich Mietwohnungen baut. Ein entsprechender Antrag fand in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung aber keine Mehrheit.

SPD: Eigentum durch private Investoren statt Gewobau

Die Gewobau investiert mehr als 200 Millionen Euro, um zusammen mit dem Frankfurter Projektentwickler Groß & Partner das Stadtquartier Süd rund um das Areal der Ex-Bundesmonopolverwaltung für Branntwein entstehen zu lassen. Vor zwei Jahren kaufte sie von Privaten auch noch zwei Grundstücke an der Hugenottenallee 168 und 170. Auf diesen beiden Flächen sollen ausschließlich 70 Eigentumswohnungen entstehen.

Gewobau-Aktivitäten

Auf 35 000 Quadratmetern lässt die Neu-Isenburger Wohnungsbaugesellschaft Gewobau im gesamten Stadtquartier Süd 430 Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Die Wohnungen sind durchschnittlich 81 Quadratmeter groß.

5000 Quadratmeter sind ein Mischgebiet. Auf 2000 Quadratmetern errichtet die Gewobau dort eine siebengruppige Kita sowie eine Markthalle – ähnlich der Kleinmarkthalle in Frankfurt. Auf den restlichen 3000 Quadratmetern sind soziale Einrichtungen und weitere Gewerbeflächen geplant. ann

Eine Baugesellschaft, die überwiegend im städtischen Besitz ist, solle nicht den Bedarf an Eigentumswohnungen decken, findet die SPD. Das solle privaten Investoren vorbehalten bleiben. Anette Schunder-Hartung (SPD) verwies in der jüngsten Parlamentssitzung auf die Gemeindeordnung. Darin heiße es, dass sich Gemeinden und ihre Gliederungen nur wirtschaftlich betätigen sollten, wenn die Aufgabe nicht ebenso gut und wirtschaftlich durch einen privaten Dritten erfüllt werden kann. Die Koalitionsmehrheit aus CDU, Grünen und Freien Wählern sah das aber anders. Es komme am Ende des Tages darauf an, wie sich die Gewobau solide finanzieren könne, so Maria Sator-Marx (Grüne).

Mietwohnungen wären erst zwei Jahre später fertig

Seine Gesellschaft wende für die Projekte im Stadtquartier Süd 20 Prozent Eigenkapital und 80 Prozent Fremdkapital auf, sagte Gewobau-Geschäftsführer Stephan Burbach. „Wenn wir dem Wunsch der SPD nachkommen, müssen wir unsere 20 Prozent aus dem laufenden Geschäft erwirtschaften“, erklärte er. „Das laufende Geschäft“ sind rund 2600 Wohnungen, die die Gewobau derzeit im Bestand hat und die Gewinne abwerfen.

Mit dem SPD-Vorschlag gebe es kein Kapital aus dem Verkauf von Eigentumswohnungen, das man sofort wieder in Mietwohnungen investieren könne. „Wir müssten fast zwei Jahre länger bauen, weil wir erst wieder Eigenkapital aufbauen müssen“, sagte Burbach. Dann dauere es nicht fünf, sondern sieben Jahre, bis alle Wohnungen im Stadtquartier Süd erstellt sind.

„Der Wohnung ist es egal, was sie wird“, sagte Burbach. „Wir bauen die Mietwohnung nicht schlechter als die Eigentumswohnung.“ Die Mieten lägen allerdings über denen im Neubaugebiet Birkengewann, wo pro Quadratmeter 11,50 bis 12 Euro kalt verlangt werden. Grundstückspreise und Baukosten seien gestiegen, begründete Burbach.

In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte die SPD auch Dienstwohnungen für städtische Bedienstete mit geringem Gehalt gefordert, war aber ebenfalls gescheitert. Die anderen Fraktionen kündigten jedoch an, demnächst eigene Anträge zu dem Thema auf den Weg zu bringen.

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