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Neonazis aus Hessen gehen in Revision

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Zwei hessische Neonazis wehren sich gegen ihre Verurteilungen vor dem Landgericht Halle. Der Fall beschäftigt nun den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Zwei hessische Neonazis haben Revision gegen ihre Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung eingelegt. Wie ein Sprecher des Landgerichts Halle der Frankfurter Rundschau auf Anfrage bestätigte, muss sich nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit dem Fall befassen und prüfen, ob die erste Instanz bei ihrem Urteil Fehler gemacht hat.

Anfang Februar hatte das Landgericht Halle Carsten M. aus Linsengericht (Main-Kinzig-Kreis) und Martina H. aus Ober-Ramstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) wegen gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen verurteilt. Carsten M. soll drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, Martina H. ein Jahr und zwei Wochen, wobei ihre Strafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Rechtsextremen, die der Neonazi-Kameradschaft „Aryans“ angehören sollen, am 1. Mai 2017 an brutalen Übergriffen in Halle beteiligt gewesen waren. An diesem Tag war dort ein Aufmarsch der Neonazi-Partei „Die Rechte“ wegen massiver Gegenproteste abgebrochen worden, anschließend hatten frustrierte Neonazis an verschiedenen Orten in der Stadt auf vermeintliche Gegner und unbeteiligte Passanten eingeprügelt.

Gegen die „Aryans“ gibt es derzeit auch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung. Das Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft läuft seit März vergangenen Jahres, war aber erst Mitte Januar öffentlich bekannt geworden.  

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