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„Naturzerstörung“ am Winterstein befürchtet

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Als „Naturzerstörung auf dem Winterstein“ hat die Bürgerinitiative Gegenwind-Wetterau den von der Ovag und den Anrainerkommunen geplanten Windpark bezeichnet. Es stelle sich die Frage, warum die Ovag „allen Ernstes in diesen Zeiten noch weitere industrielle Windkraftanlagen auf dem Winterstein errichten will“, heißt es in der Pressemitteilung der Windrad-Gegner um BI-Sprecher Norbert Röstel.

Denn jede neue Anlage gefährde die Versorgungssicherheit.

Die Diskussionen um die mögliche Gefahr eines Blackouts habe deutlich gezeigt, wo die Hauptursache für dieses „hausgemachte Problem“ liege. In den Augen der BI ist es die „gescheiterte Energiewende“ und dass auf nicht grundlastfähige Energieträger wie Sonne und Wind gesetzt worden sei. Würden weiter grundlastfähige Energieträger abgeschaltet, „wird es langsam eng“. Nicht umsonst habe jeder dritte Haushalt Vorkehrungen für einen Blackout getroffen.

Mit dem Windpark würde der Energieversorger das aktuelle Versorgungsproblem weiter forcieren, ist die BI überzeugt. Wenn die Ovag damit argumentiere, man wolle gerade vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges weniger abhängig von fossilen Energieträgern aus dem Ausland werden, sei das unlogisch. Denn ein Windpark könne nicht verlässlich Strom produzieren, so die Behauptung - und man mache sich eher noch abhängiger von anderen Ländern im Bereich der Stromerzeugung.

Die Ovag spricht dagegen davon, dass der Windpark pro Jahr rund 280 000 Megawattstunden Strom erzeugen könne - Strom für 80 000 Haushalte beziehungsweise 175 000 Menschen. Das 414 Hektar große Vorranggebiet auf dem Winterstein zeichnet sich laut der Planer durch eine hohe Windhöffigkeit aus.

Die BI will das nicht glauben: „Leider gibt das die industrielle Windkraft nicht her, da wenn kein Wind weht, auch kein Strom produziert wird. Die genannten 80 000 Haushalte werden wie aktuell alle Haushalte in Deutschland verlässlich mit Kohle- und Atomstrom versorgt.“ Schaue man auf ein anderes Großprojekt - das Rewe-Logistikzentrum bei Berstadt - werde die „erschreckende Doppelmoral grüner Ideologie“ sichtbar. Hier schreie man „Landfraß“, weil circa neun Hektar Ackerland für ein Verteilzentrum geopfert werden sollen. Dass „400 Hektar Wald für eine nicht funktionierende Energieerzeugung plattgemacht werden“, interessiere nicht.

Die Befürworter halten dagegen: Im Wald würden Fundamente mit einem Durchmesser von circa 30 Meter und einer Tiefe von zwei bis drei Metern eingebracht, was einem Flächenanteil von 0,13 Prozent entspreche. Gebe es Rodungen, werde aufgeforstet. hed

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