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„Natur- und klimafeindliche Politik“

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Vorsitzender des Naturschutzbeirats erhebt heftige Vorwürfe gegen Magistrat

bad homburg - Es ist ein heftiger Vorwurf, den der Vorsitzende des Naturschutzbeirats (NSB) der Stadt macht. Der Magistrat unter OB Alexander Hetjes (CDU) verfolge „eine natur- und klimafeindliche Politik, indem er die Bebauung und Versiegelung von Freiflächen und Hochwasserfunktionen vorantreibt“, teilt Dr. Rolf Hennes in einer E-Mail an den Nachhaltigkeitsdezernenten Dr. Oliver Jedynak CDU) mit. Deshalb trete er mit sofortiger Wirkung zurück.

Der Magistrat nehme seine Aufsichtsfunktion nicht wahr, das Management des Klimaschutzes überlasse er dem Betriebshof. „Der Stadtforst wird den monetären Interessen des Magistrats geopfert“, so Hennes.

Stein des Anstoßes sind für Hennes zudem die Pläne für ein neues Gewerbegebiet am Kronenhof und der Umgang mit Anfragen des NSB zu zwei Neubauten im Stadtgebiet, die in Naturschutzgebieten errichtet worden seien. Eines betrifft ein Gestüt in Dornholzhausen; dort sei „abweichend von den zur Genehmigung eingereichten Unterlagen ein zweistöckiges Wirtschaftsgebäude“ errichtet worden, so Hennes - unter Klimaschutzaspekten hätten diese nicht genehmigt werden dürfen. Im Sommer habe er die Behörden informiert, berichtete Hennes im November dem Klima- und Umweltausschuss. Obwohl das Vorhaben bekannt sei, soll das Thema in der Verwaltung versickert sein, so Hennes’ Vorwurf.

„Sollten sich Hinweise ergeben, dass dort illegal gebaut wurde, werden wir dem nachgehen“, so Rathaussprecher Marc Kolbe. Auch im Bommersheimer Weg, so Hennes, seien regelwidrig Häuser im hochwasser- und klimasensiblen Bereich entstanden - dies sei Ortsrandlage, entgegnet Kolbe, und die Kaltluftströme würden nicht behindert.

Die Stadt, so Sprecher Kolbe, mühe sich um ihre Streuobstwiesen, pflege ihre Parks, habe Blühstreifen angelegt. Sie bedaure, dass Hennes den Vorsitz niedergelegt habe, und suche fachkundige Ehrenamtliche, die die Arbeit des Beirats fortführen.

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