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Eine der vielen guten Seelen des Projektes: Michael Schneider, Initiator und Koordinator des Natur-Erlebnis-Gartens.

Natur-Erlebnis-Garten

Der Natur auf der Spur in Karben

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Wiedereröffnung ist am 1. Mai. Zu sehen und erleben gibt es es eine Vielfalt der Fauna und Flora.

Das Fundament für das Hotel an der Streuobstwiese wird in den nächsten Tagen gegossen. „Es wird ein richtig großes Insektenhotel“, erklärt Michael Schneider die Größe der Sockelschalung.

Nach 13 Jahren sei die alte Unterkunft etwa für Wildbienen ziemlich zerfallen gewesen. Die Zusammenarbeit der Stadt mit dem Fruchtsaftkelterer Rapp’s beim Natur-Erlebnis-Garten ist hingegen noch so intakt wie am ersten Tag. „Dass eine Kooperation so lange besteht, ist schon selten“, sagt Schneider, er arbeitet bei Rapp’s im Vertrieb, sein mit Herz geführtes Ehrenamt ist die Betreuung des Gartens, den er initiierte, um den Leuten die Bedeutung von Streuobstwiesen für Saftherstellung zu zeigen.

Mit dem Natur-Erlebnis-Garten hinter dem Gebäude eines längst aufgegebenen Sprudelwasserbetriebs ist „mittlerweile etwas entstanden, was vermutlich in Hessen einmalig ist“. Von Mittwoch, 1. Mai, an ist das Gelände wieder geöffnet, um die Natur mit allen Sinnen zu erfahren, um sie mit dort erlerntem Wissen künftig bewusster wahrzunehmen.

Mit der Idee ist Schneider im Rathaus offene Türen eingerannt. „Die Stadt hat mit dem Unternehmen eine Vereinbarung geschlossen, in der Pflege und Kostenteilung festgeschrieben wurden“, sagt Stadtpressesprecher Hans-Jürgen Schenk. Die Ausgaben werden hälftig geteilt. Über die Höhe macht er keine Angaben. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs halten den Garten in Schuss. „Die gehen mit viel Elan daran. Die Abstimmung mit dem Bauhof funktioniert sehr gut“, sagt Schneider. Die Stadt hat das Projekt beim Umweltamt angesiedelt. Dort werden etwa auch die ehrenamtliche Aufsicht für die Sonntagsöffnung koordiniert. Bis zu 150 Besucher seien an einem Nachmittag schon gezählt worden. Bei gutem Wetter liege der Durchschnitt bei Hundert Interessenten, so Schneider.

Dabei bietet der Natur-Erlebnis-Garten keine farbenprächtige Blümchenschau, die mit hohem gärtnerischen Aufwand über die Saison frisch gehalten wird. Es sind Naturerlebnisräume, en miniature auf der Größe eines halben Fußballfeldes vereint: Teichlandschaften, Trockenrasenfläche, Wildwiese oder die Streuobstwiese mit verschiedenen Obstbäumen. Dann gibt es noch einen Hain, das Weidenlabyrinth, das nun wieder zu einer Art Dschungel zuwächst, durch den die Hitze der Hochsommertage wenig eindringt. Die domestizierte Botanik findet in dem Garten auch seine Platz etwa mit den Apothekergarten oder dem Rosenbeet.

Alles ist 2006 auf dem ehemaligen Bolzplatz - der nun nebenan liegt - zum Anschauen angelegt worden, aber noch mehr, um daraus über die Natur was zu erfahren. „Hier können sich Hobbygärtner darüber informieren, wie sie insekten- und vogelfreundlich ihren Garten gestalten“, sagt Schneider. Für Familien mit jungen Kindern ist es ein Erlebnisausflug mit Naturquiz, interaktiven Informationstafeln, etwa zu den Entwicklungsstadien von Amphibien, die unmittelbar dort ihren Lebensraum haben.

Dass Tiere manchmal auch alte, rissige Mauern, Steinhügel oder fingerdicke Ritzen im Dach benötigen, wird ebenso gezeigt wie das Leben in einer begehbaren Hecke. Im Naschgarten kann man die Natur auf der Zunge spüren in Form von Beeren. Für Schulklassen ist ein grünes Klassenzimmer eingerichtet worden, in einem von Weiden gebildeten Dom. Nicht nur Schulen aus der Stadt nutzen den Lernort. Auch Landesvater Volker Bouffier (CDU) hat das Eden vor den Toren Karbens schon entdeckt - für einen Wahlkampftermin.

Von Mai bis September ist der Garten sonntags von 14 bis 17 Uhr bei jedem Wetter geöffnet. Es gibt auch Führungen. Nach Absprache auch zu anderen Zeiten unter Telefon 0 60 39 / 92 97 39. Der Eintritt ist frei.

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