Wohnen 

Nassauische Heimstätte hat Tausende Wohnungen verkauft

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die hessische Linke kritisiert die Nassauische Heimstätte scharf. Das Wohnungsunternehmen hat in den vergangenen Jahren mehr als 5600 Wohnungen veräußert - und plant für die Zukunft weitere Verkäufe.

Die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt hat seit 2008 genau 5673 Wohnungen verkauft – und plant, sich bis Ende 2021 von weiteren 775 Wohnungen zu trennen. Das geht aus einer Antwort von Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auf eine Anfrage der Linken im Landtag hervor.

In großem Umfang hat das Wohnungsunternehmen Wohnraum im Norden und Osten Hessens verkauft. Es veräußerte 367 Wohnungen in Eschwege (Werra-Meißner-Kreis), 304 in Fulda, 267 in Sontra (Werra-Meißner-Kreis), 209 in Bad-Sooden-Allendorf (Werra-Meißner-Kreis), 201 in Korbach (Kreis Waldeck-Frankenberg) und 197 in Kassel. Größter Deal außerhalb dieser Regionen war der Verkauf von 224 Wohnungen in Weilburg (Kreis Limburg-Weilburg). Allein in den Jahren 2014 bis 2019 erzielte das mehrheitlich dem Land gehörende Unternehmen Verkaufserlöse von knapp 91,9 Millionen Euro.

Die Linke im Landtag nennt die Privatisierungen angesichts einer sich ständig verschärfenden Mieten- und Wohnungskrise „vollends unverständlich“. Dass die Nassauische Heimstätte weitere Verkäufe plane, werde das Ziel, den Bestand des Unternehmens um 15 000 Wohnungen aufzustocken, zudem endlos in die Länge ziehen.

Al-Wazir sieht in den Verkäufen keinen Widerspruch zum Ziel, den Wohnungsbestand zu erhöhen. „Hierdurch kann struktureller Leerstand vermieden oder eine bessere Bewirtschaftung des Wohnungsbestands erreicht werden.“ Die Erlöse könnten in Standorten mit angespanntem Wohnungsmarkt investiert werden. 

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