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Grasende Przewalski-Pferde im Naturschutzgebiet Campo-Pond in Hanau. (Archivbild)

Hanau

Trauer um seltene Przewalski-Pferde

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Zwei seltene Przewalski-Pferde müssen in Hanau wegen schwerer Hufprobleme eingeschläfert werden. Die Herde auf Campo Pond soll aber bald wieder größer werden.

In freier Wildbahn gelten die aus Zentralasien stammenden Przewalski-Pferde schon seit den 1970er Jahren als ausgestorben. In Hanau leitet der Bundesforstbetrieb Schwarzenborn im Naturschutzgebiet Campo Pond, einem früheren Truppenübungsplatz, ein Zuchtprogramm.

Jetzt muss die Herde zwei schwere Rückschläge hinnehmen: Bereits im Februar sind die Stute Nele und der Wallach Oleg „aus Tierschutzgründen“ eingeschläfert worden, teilt die Stadt Hanau nun mit. Tierärzte und Hufschmiede hätten den Entschluss schweren Herzens getroffen. „Die zwei Pferde litten seit Längerem an schwerwiegenden Hufproblemen. Immer wieder behandelte der Hufschmied die betroffenen Tiere, was jedoch bei Wildpferden viel schwieriger ist wie bei Hauspferden“, sagt Forstdirektor Christoph Goebel, Leiter des Bundesforstbetriebs Schwarzenborn.

Für eine Behandlung der Hufe müssten die Wildpferde immer in Narkose gelegt werden. Laut Goebel löst dies Stress aus und birgt ein erhöhtes Risiko. Die Fachleute seien sich einig: Weitere Behandlungen hätten die Tiere weder geheilt noch ihnen Schmerzen erspart. „Warum ausgerechnet diese zwei Pferde chronische Hufprobleme hatten, lässt sich nur mutmaßen. Genetische Ursachen können wir zumindest nicht ausschließen“, erklärt Goebel.

Nun leben auf dem weitläufigen Gelände noch acht Wildpferde. „Die Herde wird in absehbarer Zeit wieder aufgefüllt werden“, kündigt der Forstdirektor an. Das Ziel seien zehn Tiere auf Campo Pond, diese Anzahl sei ideal für das Areal.

Der Bundesforstbetrieb kümmert sich im Rahmen des Europäischen Erhaltungs- und Zuchtprogramms an vier Standorten, darunter Babenhausen, um insgesamt 41 Przewalski-Pferde.

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