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Nächstenliebe hat viele Gesichter

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Caritas stellt Porträt-Kampagne gegen Nachwuchsmangel vor

HOCHTAUNUS - Ich biete Wohnungslosen ein doppeltes Netz: sozial und digital.“ - Dieser Satz steht in großen Lettern über einem markanten Porträt vor schwarzem Hintergrund. Es ist das Gesicht der 32-jährigen Ricarda, die bei der Caritas im Hochtaunuskreis als Sozialarbeiterin wohnungslose Menschen in ihrem Alltag unterstützt. Mit ihrem Statement unterstreicht sie, dass digitale Teilhabe längst zur gesellschaftlichen Teilhabe dazugehört.

Das Plakat ist Teil einer groß angelegten Imagekampagne mit dem Titel „Die Caritas zeigt Gesicht“: In den ersten beiden Oktoberwochen sind die Porträts von Mitarbeitenden der Caritas im Bistum Limburg auf Plakatwänden und Bussen zu sehen. Das Bistum Limburg erstreckt sich von Frankfurt bis Wetzlar und von Waldsolms bis Wiesbaden. Mit dabei sind Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen der sozialen Arbeit: aus der ambulanten Pflege, Altenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Suchtberatung, Wohnungslosenhilfe, Demenzberatung oder Gemeindecaritas. „Wir freuen uns sehr, dass ‚Die Caritas zeigt Gesicht’ nun der Öffentlichkeit präsentiert wird“, sagte Diözesancaritasdirektor Jörg Klärner bei der Vorstellung der Kampagne am Donnerstag in Girod. Hinter jedem Plakatmotiv steht eine authentische Lebensgeschichte, jede Botschaft steht für ein Thema, das der abgebildeten Person am Herzen liegt.

„Unsere acht Models sind echte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Diensten und Einrichtungen. Sie stehen mit ihrem Gesicht für tausende Engagierte in der Caritas im Bistum Limburg, die jeden Tag mit viel Herzblut die Werte der Caritas leben“, erklärt Projektleiterin Julia Kleine. „Wir zeigen mit der Kampagne die Vielfalt der Menschen und der Berufsfelder bei der Caritas.“ Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die „Models“, die im wirklichen Leben in den sieben Caritasverbänden im Bistum Limburg arbeiten.

„Ich wurde sehr stark gefördert, die Caritas hat mir meine Ausbildung zur Suchttherapeutin finanziert. In meinem Job darf ich Menschen ein Stück ihres Weges begleiten und ihnen Wege aufzeigen, die viele gar nicht mehr für möglich gehalten hatten. Das ist ein schöner Lohn“, sagt die 37-jährige Cathrin. Die Mitarbeitenden sind von Anfang an in die Entwicklung der Kampagne einbezogen worden.

Über eine Onlineumfrage und vier Workshops konnten sie ihre eigenen Themen einbringen und sich über die Arbeit und ihre Erfahrungen bei der Caritas austauschen. So nahmen sie maßgeblich Einfluss auf die Ausrichtung der Kampagne. „Die Einbindung der Mitarbeitenden bei der Entwicklung der Kampagne war ein zentrales Anliegen des Projektteams und ist Ausdruck einer gelebten Caritaskultur“, erläutert Julia Kleine. Bis zum Jahr 2035 fehlen in Hessen laut IHK-Fachkräftemonitor 495.000 Fachkräfte, viele davon in Berufsfeldern der sozialen Arbeit und der Pflege. Gleichzeitig steigt der Pflegebedarf in einer immer älter werdenden Gesellschaft. Bis eine vakante Stelle in der Pflege neu besetzt werden kann, vergehen schon heute im Durchschnitt 212 Tage. In Rheinland-Pfalz ist die Situation ähnlich dramatisch. Laut Barmer-Report fehlen bis 2030 insgesamt 48000 Pflegekräfte. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pflegebedürftigen: Bis zum Jahr 2030 rechnet die Barmer-Versicherung mit knapp 300000 Pflegebedürftigen (ein Plus von knapp acht Prozent). Die Zahlen steigen sowohl in Heimen wie auch in den ambulanten Diensten drastisch an. Weitere Informationen zur Kampagne, der Jobbörse sowie die Kampagnenmotive stehen im Internet unter dem Link www.caritas.work zur Verfügung. judo

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