Energie

Nächste Runde im Stromtrassen-Streit

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Hessen und Bayern suchen nach einer Lösung. Minister Aiwanger setzt auf eigene Energieerzeugung.

Der Streit zwischen Hessen und Bayern über den Verlauf einer Stromtrasse ist noch nicht beigelegt. Ein Gespräch in Berlin bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) brachte in der vergangenen Woche keine Einigung. Wie aus den beteiligten Energieministerien in Berlin, Wiesbaden und München zu vernehmen war, soll auf Arbeitsebene weiter verhandelt werden.

Es geht um eine Stromtrasse, die im Netzentwicklungsplan das Kürzel P43 trägt. Sie soll von Dipperz durch Osthessen verlaufen und könnte dann durch Bayern nach Grafenrheinfeld geführt werden. Der frühere CSU-Vorsitzende Horst Seehofer drang aber erfolgreich auf eine Alternativplanung, die länger durch Hessen verlaufen würde bis nach Rödermark-Urberach. Von dort müsste der Strom durch Hessen und Baden-Württemberg Richtung Karlsruhe weitergeleitet werden. Dieser Verlauf ist aus Sicht des hessischen Energieministers Tarek Al-Wazir (Grüne) fachlich „völliger Unsinn“ und werde nur aus politischen Gründen diskutiert, um Bayern von weiteren Trassen zu verschonen.

Der bayerische Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) berichtete der Frankfurter Rundschau, „dass der Widerstand bei der Bevölkerung vor Ort gegen neue Stromtrassen umso größer wird, je konkreter die Planungen werden“. Die Bundesländer im Süden müssten daher nach dem Atomausstieg „wieder auf eigene Energieerzeugung bei uns vor Ort setzen, auch mit neuen Gaskraftwerken, anstatt immer mehr Trassen zu bauen“. Bei dem Gespräch in Berlin seien sich die Minister einig gewesen, „dass wir auf Bundesebene ein Gesamtkonzept brauchen für die Energiewende, die nun auch den Kohleausstieg miteinbeziehen muss“, sagte Aiwanger.

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