Bad Homburg

Nach Wimbledon Absage: Auch Vorturnier in Bad Homburg fällt aus

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Tenniswettbewerb im britischen Wimbledon abgesagt – und damit auch das Vorturnier in der Kurstadt. Kein Baustopp für die Rasenplätze im Kurpark.

In der Tenniswelt, auch in der Kurstadt, hatte man schon damit gerechnet: Die gesamte Rasensaison fällt dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie aus. Das Wimbledon-Turnier in England wurde am Mittwoch abgesagt – und deshalb nun auch das geplante Vorturnier im Bad Homburger Kurpark. Das haben die Veranstalter gestern am späten Nachmittag bekanntgegeben.

Doch sie wollen es positiv ausdrücken. „Die Premiere der ,Bad Homburg Open‘ wird nur verschoben“, heißt es in der Mitteilung. Das neue Datum im kommenden Jahr steht bereits fest: Das Rasenturnier in Bad Homburg wird nun vom 20. bis 26. Juni 2021 ausgetragen.

„Natürlich hatten wir uns alle riesig auf die Premiere der ,Bad Homburg Open‘ in wenigen Monaten im historischen Kurpark gefreut“, erklärt Profispielerin Angelique Kerber, die als Turnierbotschafterin des neuen Rasenevents fungiert. „Aber angesichts der aktuellen Lage rücken sportliche Belange erst einmal komplett in den Hintergrund. Momentan gibt es andere Prioritäten.“

Mit viel Elan will man sich nun bereits auf 2021 vorbereiten. Die drei Turnier-Courts auf dem Gelände des Tennisclubs (TC) Bad Homburg und neben dem Kaiser-Wilhelms-Bad sowie drei weitere Rasenplätze bei der Homburger Turngemeinde (HTG) im Niederstedter Weg werden auf jeden Fall in den kommenden Wochen fertiggestellt. Die Steckzäune stehen bereits, und voraussichtlich noch vor Ostern kommen die Grassamen in die Erde. Der Untergrund der Rasenplätze wurde seit Jahresbeginn aufwendig und nach genauen Wimbledon-Richtlinien vorbereitet.

Bereits gekaufte Tickets für die Spiele in Bad Homburg behalten ihre Gültigkeit; sie werden aber auch zurückgenommen. Näheres wollen die Veranstalter in den nächsten Tagen im Internet auf https://badhomburg-open.de/de erläutern. Der Vorverkauf lief ungewöhnlich gut: Eine Woche nach Beginn des Ticketverkaufs war das Finale schon ausverkauft, Anfang März dann auch drei weitere Turniertage.

Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) hatte mit der Turnierabsage gerechnet: eine „verständliche Entscheidung, die ich gut nachvollziehen kann“. Zwischen 3500 und 4000 Zuschauer an den Plätzen im Juni – „das wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht planbar gewesen, denn wir wissen ja nicht, wann überhaupt wieder gespielt werden darf“, sagt Hetjes. Doch er freue sich, dass das Turnier nicht abgesagt, sondern nur verschoben worden sei.

Auch Uwe Eyles, Vorstand des TC Bad Homburg, hat mit dieser Nachricht gerechnet, „nachdem schon die Olympischen Spiele und die EM verschoben wurden“. Dies sei aber „gesundheitlich angezeigt“. Natürlich seien viele Tennisfans enttäuscht, doch man freue sich sehr auf 2021. „Wir haben nun umso mehr Zeit, um zum Gelingen der ,Bad Homburg Open 2021‘ beizutragen“, so Eyles.

Traurig sind die Bad Homburger Tennisspieler allerdings auch darüber, dass Turniere für ihre eigenen Spieler in diesem Jahr wohl ebenfalls ausfallen werden. Weil der Hessische Tennisverband das komplette Training bis zum 7. Juni ausgesetzt hat, können auch die Spiele auf Bundesliganiveau nicht stattfinden.

Diesbezüglich hat man bei der HTG noch Hoffnung. Auf dem Gelände am Niederstedter Weg entstehen außer den drei Rasenplätzen für die Wimbledon-Damen noch zwei Sandplätze als Ausgleich für die Spieler des TC. Auch dort geht es nach Worten des HTG-Präsidenten Ralph Gotta voran. Ende August will Bad Homburgs größter Sportverein auf den Rasenplätzen ein eigenes Turnier vor allem für die jungen Amateurspieler ausrichten, die „HTG Green Open“. Bis Ende August ist es noch ein Weilchen hin. In den nächsten vier Wochen, glaubt Gotta, soll sich entscheiden, ob zumindest dieses Turnier stattfinden kann.

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