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Sven Simon

Politik

Nach 25 Jahren ist Schluss für Thomas Mann

Die CDU will Sven Simon als Spitzenkandidaten nach Europa schicken. Auch die Frankfurterin Verena David ist nominiert.

Hessens CDU setzt auf Verjüngung bei der Europawahl im Mai. Der langjährige Abgeordnete Thomas Mann, der am Montag 73 Jahre alt wurde, tritt nicht wieder an. Stattdessen schickt die Landespartei den 40-jährigen Sven Simon als Spitzenkandidaten ins Rennen für Europa. Der Marburger Juraprofessor Simon soll die Landesliste für die Europawahl am 26. Mai anführen. Auf Platz 2 besitzt der 58-jährige Europaabgeordnete Michael Gahler gute Aussichten, seine Arbeit fortzusetzen.

Die Parteiführung veröffentlichte die Liste am Dienstag. Die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth ist Vorsitzende des CDU-Ausschusses, der die Kandidaten benennt.

Die Zustimmung des Landesparteitags am 16. Februar in Alsfeld gilt nur noch als Formsache, da Mann auf eine Kampfkandidatur verzichtet. Vor zehn Jahren hatte Thomas Mann in einer solchen Kampfkandidatur, die für die hessische CDU sehr ungewöhnlich ist, seinen Spitzenplatz verteidigt. Damals hatte die Parteiführung den Landtagsabgeordneten Clemens Reif auf Platz 1 der Europaliste setzen wollen, doch die Basis entschied sich für den erfahrenen Europaabgeordneten Mann.

Diesmal verzichtet Thomas Mann, der seit 25 Jahren dem Europaparlament angehört und mit seiner Erfahrung für sich geworben hatte, auf eine solche Kampfkandidatur. „Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass ich nicht noch einmal antreten sollte“, sagte er der Frankfurter Rundschau am Dienstag. „Es soll nicht heißen: Der denkt nur an sich.“ Zugleich sei Wehmut mit dabei, da er viel erreicht habe. So hatte Mann sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass sich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste am Flughafen nicht verschlechtern. CDU-Generalsekretär Manfred Pentz dankte Mann für seinen „25-jährigen unermüdlichen Einsatz für ein geeintes Europa.

Sven Simon kandidiert  auf Platz 1 der Landesliste

Nun kandidiert Sven Simon auf Platz 1 der Landesliste, der Außen- und Verteidigungspolitiker Michael Gahler rangiert auf Platz 2. Professor Simon, der über Europarecht forscht, bezeichnete den Kampf gegen Populismus in Europa als „Aufgabe meiner Generation“. Die hessische CDU hatte bei der Europawahl vor fünf Jahren 30,6 Prozent erzielt und war mit zwei Abgeordneten in Brüssel und Straßburg vertreten.

Auf Platz 3 steht die 42-jährige Frankfurter Stadtverordnete Verena David. Der hessische Generalsekretär Manfred Pentz sieht auch für sie Chancen. „Als CDU Hessen werden wir alles unternehmen, dass wir auch mit Listenplatz 3 in Europa vertreten sind“, verkündete er. Srita Heide, Kreistagsabgeordnete aus dem Main-Kinzig-Kreis, folgt auf Platz 4.

In den anderen Parteien besitzen die Abgeordneten Udo Bullmann und Martina Werner (beide SPD) sowie Martin Häusling (Grüne) gute Aussichten auf einen Wiedereinzug. Bei der FDP stehen Bundes-Spitzenkandidatin Nicola Beer und der Frankfurter Kreisvorsitzende Thorsten Lieb auf aussichtsreichen Plätzen, bei der AfD Christine Anderson und der Landtagsabgeordnete Erich Heidkamp. Die Linke entscheidet erst Ende Februar über ihre Europaliste.

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