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Gut gebrüllt

Na warte!

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Auf viele Gute Dinge muss man in der Corona-Zeit warten.

Bitte haben Sie einen Moment Geduld. Leider sind alle Leitungen belegt, so dass wir keine weiteren Artikel in Ihrer Zeitung freischalten können. Ihre voraussichtliche Wartezeit beträgt drei Minuten. Dann können Sie lesen, so lange Sie wollen.

Vielen Dank für Ihre Geduld, aber zum Glück ist beim Zeitunglesen keine Wartezeit nötig. War nur Spaß. Dabei macht die Lektüre immun gegen Desinformation. Mit dem bewährten Impfstoff der Frankfurter Rundschau.

Auf viele andere gute Dinge muss man in Corona-Zeiten allerdings warten. Auf die Öffnung von Kultureinrichtungen, Restaurants und Läden zum Beispiel. Oder auf die sogenannten Novemberhilfen, die jetzt endlich an die gefährdeten Unternehmen ausgezahlt werden sollen. Auf den Corona-Impfstoff, der nur zögerlich geliefert wird. Und natürlich auf Impftermine. Oder genauer: Auf die seltene Möglichkeit, in einem hessischen Callcenter durchzukommen, damit man dort erfahren kann, dass es leider derzeit keine freien Impftermine mehr gibt.

Am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag lag das Telefon immer griffbereit neben dem Computer, auf dem diverse Artikel über die hessische Landespolitik zu verfassen waren. Die Impftermin-Hotline lief heiß. Von 9 bis 18 Uhr kein Durchkommen, um Termine für ältere Verwandte auszumachen.

Ein Twitter-Nutzer riet zum Durchhalten: „Immer dranbleiben, heute morgen um 5 ging’s auf einmal.“ Aber bei mir: immer nur Besetztzeichen. Dann, völlig überraschend, der Durchbruch in die Warteschleife. Nach zehn Minuten: eine Stimme, vermutlich männlich. Die sagte so etwas wie “..urtsdatum nen..“, krack krack krack, „..ermi...“, krächz krächz krächz, „..entrum Friedrich-Ebert-Anlage“.

Ganz deutlich: „Friedrich-Ebert-Anlage“. Aber mehr war nicht zu verstehen. Eines muss man sagen: Die Person war geduldig. Das verzweifelte, abgehackte Gespräch dauerte fast zehn Minuten, bis wir beide aufgaben. Also zumindest ich. Vielleicht wartet der vermutlich nette Gesprächspartner noch immer auf eine verständliche Antwort. Ein Profi im Warten – aber dazu werden wir wohl alle in diesen Tagen.

Tags davor hatte ich mehr Glück. Die freundliche Callcentermitarbeiterin verstand mich auf Anhieb und ich sie. Klar und deutlich sagte sie: „Leider ist derzeit kein Termin verfügbar. Bitte versuchen Sie es morgen wieder.“

Es ist eine besondere Pointe, dass ungefähr zur selben Zeit die erfrischende Pressemitteilung aus dem Innenministerium auf dem Bildschirm aufploppte: „Es sind noch landesweit Termine verfügbar.“ Aber wie ergattert man einen davon? Offenbar haben andere Menschen mehr Erfolg. „In allen sechs regionalen Impfzentren steigen die Terminbuchungen aber stark an“, meldete das Ministerium, um eine Warnung hinterherzuschieben: Sobald 60 000 Personen erfolgreich ihre Termine vereinbart hätten, könnten bis auf weiteres keine Termine in den hessischen Impfzentren mehr gebucht werden.

Aber keine Sorge, liebe Leserinnen und Leser: Wenn es schon keinen Impftermin gibt – der Termin für die nächste „Gut gebrüllt“-Kolumne steht fest. Sie erscheint am nächsten Samstag und kommt frei Haus. Eine Buchung ist nicht erforderlich.

Bitte bleiben Sie so lange in der Leitung.

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