Rettungskräfte nach dem tödlichen Badeunfall am Rhein in Trebur.
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Rettungskräfte nach dem tödlichen Badeunfall am Rhein in Trebur.

Rhein-Main

Mutter und Sohn im Rhein ertrunken

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Bei einem Badeunfall in Trebur am Rhein ertrinkt ein fünfjähriger Junge. Auch die Mutter stirbt bei dem Versuch, ihr Kind zu retten.

Nach dem tödlichen Badeunfall am Rhein im hessischen Trebur (Kreis Groß-Gerau) hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Am Samstagabend war ein fünfjähriger Junge beim Baden im Rhein ertrunken – bei dem Versuch, ihn zu retten, starb auch seine Mutter. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntag sollen nun Zeugen des Unfalls angehört werden. Laut DLRG Rheinhessen waren erst der Sohn und dann die Mutter von der Strömung mitgerissen worden.

Nachdem der Junge verschwunden war, hatte die Mutter versucht, ihn zu retten. Sie geriet dabei selbst in Not, und ein Passant zog sie aus dem Wasser. Laut Polizei war die 30 Jahre alte Frau daraufhin erneut in den Rhein gelaufen. Auch ihre 13-jährige Tochter hatte im Fluss versucht, dem Bruder zu helfen. Der Wasserschutz brachte das Mädchen unversehrt an Land. Mutter und Sohn wurden zwar geborgen, konnten aber trotz Wiederbelebungsversuchen nicht gerettet werden. Die Angehörigen der beiden ums Leben Gekommenen aus Raunheim würden betreut, teilte die Polizei mit.

DLRG: Nicht im Rhein baden

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Rheinhessen rief am Sonntag dazu auf, nicht im Rhein zu schwimmen. Vorbeifahrende Schiffe erzeugten einen kräftigen Sog, hieß es in einer Mitteilung. Zudem bildeten sich an den Steinaufschüttungen im Rhein strudelartige Strömungen. Es bestehe keine Chance, gegen die Strömung anzuschwimmen, sobald eine scheinbar geschützte Bucht verlassen werde.

Ein 23 Jahre alter Mann wird nach einer Party in der Nacht zum Samstag am Ajesee bei Eppertshausen vermisst – er könnte beim Baden verunglückt sein. Zuvor habe ein Gruppe von etwa 20 Menschen an dem See auf einem früheren Steinbruchgelände gefeiert, sagte ein Polizeisprecher. Gegen 2 Uhr morgens sei der 23-Jährige nach bisherigen Erkenntnissen zum Schwimmen in den See gegangen. Danach sei er nicht mehr gesehen worden.

Obwohl sofort Suchmaßnahmen eingeleitet wurden, die bis in den späten Vormittag andauerten, wurde der Mann zunächst nicht gefunden. Bei der Suche kamen auch Spürhunde und Boote zum Einsatz. Ein Tauchereinsatz sei wegen der Eigengefährdung derzeit nicht möglich, sagte ein Polizeisprecher. In dem See, in dem sich noch Förderanlagen und Geräte befänden, sei die Sicht „gleich null“. Baden sei in dem See schon lange verboten.

Im vorigen Jahr kamen bei Badeunfällen in Hessen nach Angaben der DLRG insgesamt 20 Menschen ums Leben. 2018 waren es noch 36 Todesopfer gewesen, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die Zahl schwankt vor allem aufgrund der Wetterverhältnisse. Langanhaltendes heißes Sommerwetter und damit deutlich mehr Badende hätten auch mehr Unfälle zur Folge, erklärte die DLRG. Auffällig sei, dass sich tödliche Unfälle fast ausschließlich in offenen Gewässern ereigneten, in Flüssen, Seen und Bächen. Die Lebensretter raten daher dringend, in überwachten Einrichtungen zu schwimmen – nicht in unbekannten Gewässern, deren Gefahren sich kaum abschätzen ließen. (dpa/afp/ill)

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