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Mutmaßliche Betrüger aus Roßdorf vielleicht auch Brandstifter

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Von: Annette Schlegl

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Mit Corona-Tests betrogen und auch noch einen Brand gelegt – das wirft die Staatsanwaltschaft Darmstadt zwei Männern aus Roßdorf vor.
Mit Corona-Tests betrogen und auch noch einen Brand gelegt – das wirft die Staatsanwaltschaft Darmstadt zwei Männern aus Roßdorf vor. © Monika Müller

Die Betreiber von 39 Corona-Testzentren, die des Abrechnungsbetrugs verdächtig sind, könnten auch Feuer in ihrem ehemaligen eigenen Restaurant in Roßdorf gelegt haben.

Zwei Männer, die als Betreiber von 39 Corona-Schnelltestzentren im Verdacht stehen, Leistungen falsch abgerechnet zu haben, haben im Juni 2020 möglicherweise auch ihr eigenes Restaurant in Brand gesetzt. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat jedenfalls entsprechende Ermittlungen gegen die 26 und 29 Jahre alten Roßdörfer eingeleitet.

Staatsanwaltschaft Darmstadt bestätigt „Anfangsverdacht“

„Wir prüfen aktuell, ob die beschuldigten Betreiber der Testzentren und ehemaligen Betreiber der Gaststätte auch als Täter der schweren Brandstiftung in Frage kommen“, sagte Robert Hartmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Es ergibt sich ein Anfangsverdacht.“

Die beiden jungen Männer hatten die Gaststätte „Esskalation“ am Roßdörfer Schwimmbad betrieben. Am 3. Juni 2020 brannte es dort, das Feuer zerstörte die Küche und den Gastraum des Lokals sowie den Freibad-Kiosk auf der Rückseite. „Aufgrund der Verschlussverhältnisse“, so Hartmann, hege man den Verdacht, dass der Brand damals von den Betreibern selbst gelegt wurde. Die Räume waren beim Eintreffen der Feuerwehr nämlich abgeschlossen, Einbruchspuren gab es nicht.

Abrechnungsbetrug verursachte mehr als eine Million Euro Schaden

„Der Verdacht war schon früher da“, sagte Hartmann. Parallel dazu sei aber das Verfahren zum Leistungsbetrug in den Corona-Testzentren gelaufen, „das wir nicht gefährden wollten“. Unter anderem mussten die Ermittler erst klären, ob es beim Testbetrug weitere Drahtzieher gab. Jetzt laufe dazu schon ein Ermittlungsverfahren, eine Anklage gebe es allerdings noch nicht.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Roßdörfern vor, von Juni 2021 bis Juni dieses Jahres an mehreren Standorten – unter anderem in Darmstadt, Roßdorf, Dieburg und Ober-Ramstadt – bei Corona-Tests gewerbsmäßigen Abrechnungsbetrug begangen zu haben zum Nachteil der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Sie sollen dort gar keine Tests vorgenommen, aber mit der KV abgerechnet haben. Der Schaden liegt schätzungsweise bei mehr als einer Million Euro.

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