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Lehrer sollen ihre Arbeitszeit erfassen.

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Lehrer in Hessen: Mutiges Tun der GEW

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Lehrer brauchen Entlastung, aber sie können sich auch selbst helfen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lässt die reale Arbeitszeit von Lehrern erfassen. Das ist mutig. Denn die Ergebnisse könnten auf den ersten Blick recht ernüchternd ausfallen.

Wie eine Studie aus Niedersachsen zeigt, arbeiten Lehrkräfte gar nicht so viel länger als andere – lediglich etwas ungleicher übers Jahr verteilt als bei den meisten Arbeitnehmern. Deshalb ist ein zweiter Blick dringend geboten.

Die Belastungen liegen an anderer Stelle. Ein Gymnasiallehrer steht nur noch ein knappes Drittel (!) seiner Arbeitszeit im Klassenzimmer, bei den Grundschullehrerinnen sind es auch nur noch lediglich 40 Prozent. Für was aber werden Lehrer ausgebildet? Eben, fürs Unterrichten.

Bringt man noch die Unterrichtsvor- und nachbereitung in Anschlag, bleibt ein Drittel der Arbeitszeit, die für unterrichtsferne Tätigkeiten draufgeht. Hier muss angesetzt werden, müssen Lehrkräfte entlastet werden.

Sich selbst helfen könnten viele Pädagogen, wenn sie klarer zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden würden. Auch das könnte ein Ergebnis der Studie sein – neben vielen anderen, auf die man gespannt sein darf.

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