Mustergültige Zucht

Mit Waldemar Thomas beim Otterbacherhof in Gemünden/Vogelsberg, wo glückliche Kühe leben.

Harald Rühl vom Partyservice Safran in Gießen hatte gegenüber dem Marktführer die Mutterkuhhaltung des Demeter-Betriebes Otterbacherhof gerühmt. Das Ergebnis dieser mustergültigen Landwirtschaft bringe das beste Rindfleisch hervor, das er kenne. Das sollte Grund genug sein, sich einmal näher damit zu befassen.

Erich und Jutta Müller, ausgebildet als Landwirtschaftsmeister und landwirtschaftlich-technische Assistentin, halten im Vogelsberg mit ihren etwa 100 Mutterkühen, Zuchtbullen und Kälbern eine gemischte Herde aus Rotem Angus, Limousin und Fleckvieh. Auf nicht weniger als 230 Hektar, unter vorbildlichen, ja idealen Bedingungen. Viel Platz unter Dach und Fach kommt hinzu: "Wir haben zwölf Quadratmeter eingestreute Strohfläche pro Kuh, stellen Sie sich das mal vor!" Das wirkt sich positiv aus, die Tiere werden alt, bleiben lange fruchtbar und kriegen jedes Jahr Nachwuchs. Sie kalben meist von ganz alleine und ohne fremde Hilfe, so dass für den Tierarzt kaum Geld ausgegeben werden muss.

"Ich bin von Haus aus Landwirt mit Leib und Seele, zum Demeter-Bund gehören wir aus Überzeugung." Dieses sowie Kontakte zu Aussteigern, 68ern, die in einem Nachbarhaus eine alternative Lebensgemeinschaft gründeten und immer wieder Anstöße gaben, ließen Müller eine Einstellung zu seiner Arbeit finden, die selten ist: "Man muss herausbekommen, was man gerne tut, was einem wirklich liegt und Freude bereitet."

Erich Müller hebt den hohen Anteil seiner Kunden hervor, die wenig Fleisch essen, dabei jedoch auf Spitzenqualität Wert legen. Es seien Leute darunter, die über kein hohes Einkommen verfügten.

"Ich brauche keinen unserer Kunden anzurufen, die melden sich vielmehr von selbst. Sie kommen von Frankfurt, Groß-Gerau, Wiesbaden, Gießen, und zwar einmal im Jahr für eine Stunde oder zwei auf den Hof. Wenn sie dann wieder fahren, müssen sie zufrieden sein. Sonst kommen sie nicht mehr."

"Wir schlachten nur Tiere im Alter von acht bis zehn Monaten, das ist die höchste Qualitätsstufe. Sie haben sich bis zum letzten Tag nur von Muttermilch und Weidegras ernährt", erzählen die Bauern vom Otterbacherhof. Das Fleisch lassen sie eine Woche lang abhängen. Es wird in der Regel in Hälften verkauft oder in Zehn-Kilo-Paketen, fertig verpackt und vakuumiert. Es gibt zwei Varianten: das Haushaltspaket (12 ? pro Kilo), wozu Suppenfleisch gehört; und das Sonntagspaket (16,50 ? pro Kilo). Zu 80 Prozent kaufen Müllers Kunden übrigens das teurere Sonntagspaket.

Hessische Staatsdomäne

Otterbacherhof

(Demeter)Erich und Jutta Müller35329 Gemünden-Otterbach(bei Homberg/Ohm, Vogelsberg)Telefon und Fax: 06634-8299;mobil: 0173-6555045Verkauf nach tel. Vereinbarung

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