Die Fender Stratocaster als Infektionsquelle? Erst mal nicht. Ein neuer Messetermin steht noch nicht fest.
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Die Fender Stratocaster als Infektionsquelle? Erst mal nicht. Ein neuer Messetermin steht noch nicht fest.

Coronavirus

Musikmesse wegen Coronavirus verschoben

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die internationale Musikmesse in Frankfurt wird aus Vorsicht vor dem Coronavirus verschoben. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest.

Schlechte Nachrichten für die Freunde von Gitarren und gutem Sound: Die internationale Musikmesse in Frankfurt wird verschoben. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest. Das hessische Sozialministerium meldete am Mittwoch keine neuen Infizierten. Bis 14 Uhr blieb es bei dem Stand des Vortags von zwölf Sars-CoV-2-Fällen. „Alle erkrankten Personen weisen aktuell milde Verläufe mit keinen oder leichten Symptomen auf.“

Auch Prolight + Sound abgesagt

Außer der Musikmesse sagte das Unternehmen Messe Frankfurt am Mittwoch auch die Prolight + Sound 2020 ab. Dafür gibt es schon einen Ersatztermin und zwar den 26. bis 29. Mai. Grund für die Entscheidung sei die verstärkte Verbreitung von Covid-19 in Europa. Sie erfordere „eine neue Bewertung der Situation in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt“, hieß es. „Es soll vermieden werden, dass Teilnehmer der Messe aus Risikogebieten kommen und erkrankt die Messe besuchen.“ Um dies zu verhindern, hätten sich alle diese Menschen einer gesundheitlichen Überprüfung unterziehen müssen. „Die notwendige Umsetzung kann durch die Messe Frankfurt nicht realisiert werden.“ Hinzu kämen vermehrt Reiserestriktionen, die es potenziellen Besuchern wie Ausstellern erschwerten, an der Messe teilzunehmen.

Es handelt sich um die zweite Absage einer großen Messe in Frankfurt nach der Light + Building, die jetzt für den 27. September bis 2. Oktober terminiert ist. Über den Nachholtermin der Musikmesse liefen aktuell noch Gespräche mit den Ausstellern, sagte der zuständige Unternehmenssprecher Hendrik Müller-Giegler der Frankfurter Rundschau. „Die Branche braucht diese Veranstaltung.“ Doch im Mai fehle der Messe der Platz, um neben der Prolight + Sound auch die Internationale Musikmesse auszurichten. Normalerweise laufen die beiden Veranstaltungen parallel. Im vergangenen Jahr zählten sie zusammen 85 000 Besucher.

Wirtschaftliche Auswirkungen noch unklar

Über die wirtschaftlichen Folgen könne er noch keine Aussagen machen, sagte Markus Quint, Unternehmenssprecher der Messe Frankfurt. Zum Glück hätten im Frühjahr schon einige wichtige Veranstaltungen stattgefunden. „Bislang ist das verhältnismäßig glimpflich für uns ausgegangen.“ Eine Absage könne die Aussteller schwer treffen. Die Entscheidung falle in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt und der betroffenen Branche: „Es ist eine Gratwanderung.“

Schlecht sieht es für all jene Firmen aus, die auf die Organisation von Veranstaltungen spezialisiert sind. In der vergangenen Woche lief das Geschäft wie üblich. „Seit Montag hagelt es Stornierungen“, sagt der Geschäftführer eines Unternehmens, das viele internationale Kongresse, Tagungen und ähnliche Events in und rund um Frankfurt organisiert. Ein Saisongeschäft, wie er sagt, das sich auf das Frühjahr und den Herbst konzentriert. Die Einnahmeeinbußen beträfen vor allem das große Heer der Freiberufler, die sich in der Branche tummeln, sagt der Mann, der anonym bleiben will: „Die vielen Freelancer haben im Moment Zeit ohne Ende.“

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