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Der Frankfurter Zoo öffnet in der kommenden Woche wieder. 

Lockerungen

Museen und Zoos dürfen öffnen

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Kinder können wieder auf die Spielplätze. Streit über Besucher in Altenheimen.

Die vorsichtige Öffnung von öffentlichen Einrichtungen in Hessen wird fortgesetzt. So sollen die Spielplätze ab Montag wieder aufgemacht werden. Auch Museen, Zoos und Botanische Gärten dürfen dann ihre Türen öffnen, wenn sie Schutzkonzepte vorlegen können.

Man könne dies tun, da sich Deutschland „auf einem guten Weg“ befinde bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag. Zuvor hatte er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der anderen Bundesländer beraten. Bouffier sagte, dass er persönlich auch die Inbetriebnahme von Sportanlagen für Leichtathleten, Läufer und andere „kontaktlose Sportarten“ für möglich gehalten hätte. Die Ministerpräsidentenrunde habe die Entscheidung aber auf Mittwoch vertagt.

An diesem Tag soll auch über weitere Bereiche entschieden werden, etwa über die nächsten Wochen in den Kitas und Schulen. Bouffier bekräftigte seine Auffassung, dass alle Schülerinnen und Schüler noch vor den Sommerferien wieder in die Schule gehen sollten. Außerdem wünsche er sich, dass der Gastronomie am Mittwoch eine Perspektive eröffnet werde.

Erst am Freitag legte sich das hessische Corona-Kabinett auf einen Zeitpunkt für die Öffnung von Museen, Zoos, Botanischen Gärten und Spielplätzen fest. Manche Einrichtungen hatten befürchtet, dass es erst in einer Woche losgehe. Doch die Lockerungen gelten nun ab Montag.

Dann dürfen auch Ausstellungen, Schlösser und Gedenkstätten aufmachen. Weiter gilt die Öffnungsmöglichkeit ab Montag für Hundesalons und Hundeschulen, Copyshops, Fahrschulen (nur für Berufskraftfahrer), Musikschulen und Musikunterricht in Gruppen bis fünf Personen.

Der Frankfurter Zoo wird im Lauf der nächsten Woche öffnen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Pro Tag dürfen 750 Besucherinnen und Besucher kommen – in drei Schichten zu je 250 Personen. Der Palmengarten und Botanische Garten werden am Montag, 11. Mai, zumindest teilweise für Besucher öffnen. Schauhäuser wie Tropicarium, Palmenhaus und Eingangsschauhaus bleiben bis auf weiteres geschlossen. Auch die Parkeisenbahn Palmenexpress pausiert.

Mit der Wiedereröffnung nimmt der Palmengarten ein neues Kassenhaus samt Kassensystems an der Palmengartenstraße in Betrieb. Die anderen Eingänge, auch die Drehkreuze, bleiben geschlossen. Das Rosen- und Lichterfest fällt aus.

Wie bereits vor zwei Wochen angekündigt, dürfen auch Friseure ab Montag öffnen. Hinzu kommen laut der Landesregierung „andere Dienstleister im Bereich Körperpflege wie zum Beispiel Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios sowie Massagepraxen“. Kunden und Anbieter müssten eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Auch bei der Bildung macht die Landesregierung einen Schritt: Der Präsenzunterricht wird bei der Ausbildung für den öffentlichen Dienst wieder aufgenommen, wenn der Abschluss für 2020 vorgesehen ist.

Außerdem beschloss die Landesregierung eine Lockerung für Alten- und Pflegeheime sowie Hospize. Dort dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner derzeit keinen Besuch erhalten. Ab Montag dürfen sie einmal pro Woche einen nahen Angehörigen für eine Stunde empfangen.

Bei Betreibern von Alten- und Pflegeheimen stieß die Öffnung auf scharfe Kritik, weil sie zu kurzfristig erfolge. Sie sei deswegen „organisatorisch, personell und technisch nicht umsetzbar“, stellten die hessischen Wohlfahrtsverbände und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste in einer gemeinsamen Presseerklärung fest.

So fehle es an ausreichend Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung, das Personal sei wegen vieler Quarantänefälle ausgedünnt und stark belastet. Mit der Ankündigung, Besuche in eingeschränktem Maß zu gestatten, entstehe „unnötiges Konfliktpotenzial“, weil die Schutzerfordernisse der Einrichtungen mit den Forderungen der Angehörigen zusammenstießen.

Bouffier entgegnete, er könne die Kritik nicht nachvollziehen. Alle Träger seien vor mehreren Wochen aufgefordert worden, Schutzkonzepte auszuarbeiten. „Wenn das bei dem einen klappt bis Montag, ist es gut. Wenn es bei dem anderen dauert bis Mittwoch, dann ist das aus meiner Sicht auch keine Katastrophe.“

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