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Corona

Müll im Naturschutzgebiet

Zahl der Waldbesuche steigt - und die der Verstöße / Manche halten sich nicht an die Regeln

Raus in die Natur, in die Wälder, Schutzgebiete, Parks und Gärten: Während der Corona-Pandemie mit Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und weniger Freizeitmöglichkeiten liegt der Spaziergang im Grünen im Trend. Ein Bummel durch ein Naturschutzgebiet wie Kühkopf-Knoblochsaue bei Stockstadt mit seinem Auwald und seiner Artenvielfalt endet allerdings nicht immer zum Besten für Pflanzen, Tiere und Umwelt.

Weggeworfene Zigarettenkippen auf den Wegen, Verpackungsplastik und leere Flaschen in den Büschen, abseits der Wege im geschützten Gebiet: „Es hat sich bereits an den schönen Tagen im Frühjahr und über Ostern beziehungsweise am Muttertag angedeutet, dass sich die letztes Jahr seit Beginn der Pandemie stark angestiegene Zahl der Verstöße dieses Jahr fortsetzt“, berichtet das Regierungspräsidium Darmstadt über die Situation in Naturschutzgebieten.

„Seit vorigem Jahr gibt es mehr Müll in den Wäldern, und die Frequenz der Waldbesuche hat sich erhöht“, sagt auch die Sprecherin des Landesbetriebs Hessen Forst, Michelle Sundermann. „Grundsätzlich freuen wir uns aber über die Waldbesucherinnen und -besucher. Wo sonst soll man auch hin in dieser Zeit?“

Allerdings sei es wichtig, dass dann auch die Regeln eingehalten würden. Dazu gehöre, seinen Müll wieder mitzunehmen und Absperrungen zu respektieren. Querfeldein zu laufen sei riskanter als auf den Wegen zu bleiben, und es störe Tiere, die gerade jetzt ihre Jungen aufziehen.

Grundprobleme, die auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht. „Es freut uns grundlegend, dass die Menschen wieder mehr in die Natur gehen“, sagt die Sprecherin des hessischen Landesverbands, Lynn Sophie Anders. „Aber man sollte sich an die Regeln halten, gerade jetzt in der Brut- und Setzzeit.“ Die Wälder und Schutzgebiete seien stärker frequentiert. Und: „Wo der Mensch ist, da ist auch Müll.“ Ein Problem sieht Anders in der Gefahr wilder Grillplätze – die Wälder seien nach den vergangenen beiden Sommern viel zu trocken, die Gefahr von Waldbränden sei hoch.

Schon vor einem Jahr, kurz nach Beginn der Pandemie hatten die Regierungspräsidien in Darmstadt, Gießen und Kassel wegen der Regelverstöße in den Naturschutzgebieten Alarm geschlagen. Die Behörden berichteten von Müll und Trampelpfaden, geplünderten Nistkästen, gefangenen Eidechsen und Fröschen, Picknicks und Grillfesten auf geschützten Flächen und nicht angeleinten Hunden.

Verstöße, die sich der Darmstädter Behörde zufolge fortsetzen. Illegales Mountainbiking, Planschen in Gewässern, Camping, wildes Grillen, ausgegrabene Pflanzen und gefangene Frösche stehen auf der Liste der bereits registrierten Verfehlungen in diesem Jahr. Tier- und Pflanzenarten seien in den Naturschutzgebieten bedroht.

Auch bei den 48 Standorten der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen gibt es Licht und Schatten. Während sich Besucher des Bad Homburger Schlossparks an die Regeln hielten und sensibel mit der Anlage umgingen, gebe es im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad durchaus bisweilen ein Müllproblem. Dort werde man regelmäßig mit den Hinterlassenschaften von Heiratsanträgen oder Fotoshootings nach Hochzeiten konfrontiert, sagt eine Sprecherin und nennt Kunststoffblüten, Aluschnipsel und Wachs.

Der bei den illegalen Treffen während der Pandemie verursachte Müll müsse aufwendig entfernt werden und sei wegen des Mikoplastiks auch eine Gefahr für die Umwelt.

Oliver Pietschmann, dpa

„Wo der Mensch ist, da ist auch Müll“

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