Mordfall Lübcke

Mordfall Lübcke: Zweiter Anwalt für Stephan E.

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Der Kölner Rechtsanwalt Mustafa Kaplan wird der zweite Verteidiger von Stephan E. Der Neonazi wird verdächtigt, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ermordet zu haben. 

Der Hauptverdächtige im Mordfall Lübcke, Stephan E., erhält einen zweiten Verteidiger. Wie sein Anwalt, der Dresdner Strafverteidiger Frank Hannig, am Mittwoch mitteilte, habe E. dem Kölner Rechtsanwalt Mustafa Kaplan eine Vollmacht erteilt, ihn als zweiter Verteidiger zu vertreten. Kaplan werde als Anwalt „mit erheblichen Erfahrungen auch in Großverfahren“ die Verteidigung unterstützen, so Hannig.

Stephan E., der aus der Kasseler Neonaziszene stammt, wird verdächtigt, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) im Juni vergangenen Jahres vor dessen Haus in Wolfhagen-Istha erschossen zu haben. E. hatte den Mord zunächst gestanden, sein Geständnis dann aber widerrufen und behauptet, die tödlichen Schüsse habe Markus H. abgegeben, ein Kamerad aus der Neonaziszene. H. sitzt wie E. in Untersuchungshaft und wird der Beihilfe zum Mord verdächtigt.

Mustafa Kaplan war öffentlich bekannt geworden, weil er ein Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) als Nebenklageanwalt vertreten hatte. Außerdem vertrat er den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Rechtsstreit um ein „Schmähgedicht“ des Satirikers Jan Böhmermann. Ein Sprecher des Generalbundesanwalts sagte der Frankfurter Rundschau, die Beauftragung Kaplans sei der Behörde bisher nicht bekannt.

Stephan E. wird sich vorm Oberlandesgericht Frankfurt verantworten müssen. Es wird damit gerechnet, dass in den nächsten Wochen Anklage erhoben wird.

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