+
In Handschellen vor Gericht: Der 42-Jährige hat die Entführung der damals achtjährigen Johanna gestanden, ihren Tod aber als Unfall dargestellt. Das Foto entstand an einem Verhandlungstag im April 2018.

Das bringt der Tag

Im Mordfall Johanna geht es um die Schuldfähigkeit

  • schließen

+++ Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Bombenleger in Wiesbaden muss verschoben werden +++ Zahlen zur Volksabstimmung erwartet +++ Bouffier bittet zu Sondierungsgesprächen +++ Was der Tag in Rhein-Main und Hessen bringt

Viel zu tun gibt es heute in den hessischen Gerichtssälen: In Frankfurt wird ein Raubmord verhandelt, der fast 30 Jahre zurückliegt, in Wiesbaden soll sich ein mutmaßlicher Bombenleger verantworten. Der Prozess um den Tod der achtjährigen Johanna in Gießen geht mit einem psychiatrischen Gutachten zur Schuldfähigkeit des Angeklagten weiter. Im Prozess um den Blitzerskandal  wird das Urteil erwartet.

Blitzerskandal wird in Kassel verhandelt

Bei diesem Verfahren stehen in Kassel  ein  54-jähriger Mitarbeiter der Stadt und ein 64-jähriger  Firmenchef vor Gericht. Die Vorwürfe gegen die beiden Männer lauten Falschbeurkundung und im Amt und Beihilfe. Der 54-Jährige soll dem Mitangeklagten, dessen Firma Tempomessungen für die Stadt machte, unterschriebene Blanko-Messprotokolle zur Verfügung gestellt haben.  Firmenmitarbeiter konnten sich so selbst bestätigen, dass alles ordnungsgemäß ablief.

Eigentlich hätte der 54-Jährige dies aber überwachen müssen. Er war deshalb zu einem Jahr und einem Monat auf Bewährung verurteilt worden, der 64-Jährigen zu einer Geldstrafe von 7200 Euro. Sowohl die Angeklagten, als auch die Staatsanwaltschaft waren dagegen in Berufung gegangen. Gegen 14 Uhr wird mit einem Urteil gerechnet.

Gutachten im Mordfall Johanna

Im Prozess um den Mord an der kleinen Johanna wird das psychiatrische Gutachten zu dem Angeklagten erwartet. Das Landgericht Gießen will an diesem Mittwoch um 14.00 Uhr die Ausführungen eines Experten zur Schuldfähigkeit des 42-Jährigen anhören, wie ein Justiz-Sprecher erklärte. Dabei solle es auch um die Persönlichkeit des Mannes und dessen Zustand am Tattag gehen.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Jahr 1999 die damals acht Jahre alte Johanna aus Ranstadt in der Wetterau in sein Auto gezerrt, missbraucht und getötet haben. Zu Beginn des Prozesses vor einem halben Jahr hatte der Friedrichsdorfer eingeräumt, das Mädchen entführt zu haben, den Mord aber bestritten. Den Tod des Kindes stellte er als Unfall dar. Zudem will der Angeklagte am Tattag unter Drogen gestanden haben.

Prozessbeginn gegen mutmaßlichen Bombenleger in Wiesbaden platzt

Vor einem halben Jahr ist in Wiesbaden ein Mann von einem Sprengsatz auf einer Motorhaube verletzt worden. Am heutigen Mittwoch sollte nun der Prozess gegen den mutmaßlichen Bombenleger beginnen - doch der Termin musste verschoben werden: Der Verteidiger ist erkrankt. Als neuen Termin nannte ein Sprecher des Gerichts den 7. November.

Dem 57-jährigen Angeklagten wird versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden mitteilte. Im April 2018 soll er einen in Zeitungspapier eingewickelten Sprengkörper neben zwei Telefonbücher auf dem Auto platziert haben. Der Sprengsatz explodierte, als ihn ein damals 46-jähriger Mann entfernen wollte. Dabei wurde das Opfer an der Hand und im Gesicht verletzt.

Raubmord nach 27 Jahren vor Gericht

Mehr als 27 Jahre nach dem Raubmord an einer 90 Jahre alten Rentnerin beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der Mann steht vom  Mittwoch  an vor dem Landgericht Frankfurt. Die Anklage legt dem heute 46 Jahre alten Mann türkischer Herkunft zur Last, im September 1991 zunächst in die Wohnung der Frau im Frankfurter Bahnhofsviertel eingedrungen zu sein. Als es dort zu einer Begegnung kam, habe der damals 19-Jährige das Opfer „mit Anwendung stumpfer Gewalt“ getötet, heißt es in der Anklage. Danach soll er mit Schmuck der Frau geflüchtet und untergetaucht sein.

Erst bei seiner Einreise nach Deutschland im November vergangenen Jahres sei man wieder auf ihn aufmerksam geworden. Im März dieses Jahres kam es zur Festnahme. Weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch Heranwachsender war, verhandelt die Jugendstrafkammer gegen ihn. Zunächst sind sechs Verhandlungstage bis Anfang Januar terminiert.

Landtagswahl in Hessen: Bouffier lädt zum Sondieren

Am Tag 3 nach der Hessen-Wahl wird das Thema Sondierung konkreter. Neben einer Neuauflage der schwarz-grünen Koalition wäre auch eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP, eine Ampel mit mit SPD, Grünen und FDP oder ein   Bündnis der großen Wahlverlierer CDU und SPD möglich - rein rechnerisch.

FDP-Chef René Rock steht sowohl einer Jamaika-Koalition als auch einer Ampel zwar skeptisch gegenüber, nimmt aber die Einladung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zu Sondierungsgesprächen an. Zunächst will Bouffier aber mit seinem bisherigen Koalitionspartner, den Grünen, und mit der SPD reden. Am Donnerstag sollen die Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung in Hessen starten. Unser News-Ticker zur Hessen-Wahl hält sie fortwährend auf dem Laufenden.

Am Mittwoch werden konkrete Ergebnisse der Volksabstimmung über die hessische Landesverfassung erwartet. Nach ersten Berichten haben die Hessen den 15 Änderungen an der Landesverfassung mehrheitlich zugestimmt. Worum es bei der Verfassungsänderung geht, haben wir hier für Sie aufgeschrieben.

Kunstmesse  „Discovery Art Fair“ beginnt in Frankfurt

Erneut will sich in Frankfurt eine Kunstmesse etablieren. Die „Discovery Art Fair“ beginnt an diesem Donnerstag und dauert bis zum 4. November. Neben Berlin und Köln ist Frankfurt der dritte Standort dieses Konzepts.

„Junge Kunst zu moderaten Preisen“ – mit dieser Kombination möchte die Messe neue Zielgruppen ansprechen. Rund 75 Aussteller aus 14 Ländern nehmen teil, wie die Veranstalter berichten. Etwa 20 Prozent der Aussteller kommen aus Hessen.

Die Messe Frankfurt strich Kunst 2007 aus ihrem Portfolio: Die „Art Frankfurt“ und ihr Nachfolger, die „fine art fair frankfurt“, hatten zu wenig Teilnehmer und zu wenig Besucher. Danach versuchten andere Anbieter die Lücke zu füllen, zum Beispiel eine „Kunstmesse Frankfurt“, die auch Historisches anbot. (mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare