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Hessen: Morddrohung gegen NPD-Mann Stefan Jagsch

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Unbekannte schreiben einen Aufruf zur Tötung des Politikers Stefan Jagsch an dessen Garagentor. Der Staatsschutz ist involviert.

Unbekannte haben zur Tötung des ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden Stefan Jagsch aufgerufen. Die Täter schrieben in der Nacht zum Donnerstag mit schwarzer Farben an dessen Garagentor: „Nazisau Jagsch töten!“ Wie die Polizei auf Anfrage der FR mitteilt, liegt eine Anzeige wegen Sachbeschädigung vor. Wegen des politisch motivierten Inhalts prüfe derzeit der Staatsschutz, ob ein Aufruf zu einer Gewalttat vorliegt. Sollte sich dies herausstellen, werde der Fall an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet, heißt es. Laut Polizei sei es im Ortsteil Waldsiedlung, wo Jagsch wohnt, nicht die erste Anti-Nazi-Parole im öffentlichen Raum. Es sei jedoch die erste mit Tötungsaufforderung. Der ehemalige Ortsvorsteher der Waldsiedlung, Klaus Dietrich, verurteilte die Morddrohung in einer E-Mail scharf.

In der Waldsiedlung wohnen drei weitere NPDler, die wie Jagsch im Gemeindeparlament sitzen. Jagsch ist Fraktionvorsitzender. Laut Bürgermeister Norbert Syguda (SPD) falle der 33-Jährige dort kaum auf. Anfang September wurden Jagsch und die Waldsiedlung dennoch bundesweit bekannt. Die anwesenden Mitglieder von CDU, SPD und Mandatsträger für die FDP im Ortsbeirat wählten den Neonazi - der einzige Kandidat - einstimmig zum Ortsvorsteher, auch weil er umgänglich sein und E-Mails schreiben könne, hieß es danach. Ob des öffentlichen Drucks steht am 22. Oktober die Abwahl an. Dagegen hat Jagsch juristische Schritte angedroht.

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