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Auch Schulklassen beteiligten sich wieder an der Müllsammelaktion in den Ortsteilen.

Dreck

Die Zangen reichten in Mörfelden-Walldorf gerade aus

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Privatleute, Schulklassen und Vereine beteiligen sich an der Müllsammelaktion.

Schon nach wenigen Minuten ist der erste Sack mit Müll gefüllt und steht abholbereit an der Straße bei der Bertha-von-Suttner-Schule. Am Samstag lud das Umweltamt zur Müllsammelaktion ein, mit 148 Voranmeldungen verzeichneten die Organisatoren einen Rekord. „So viele Anmeldungen hatten wir noch nie“, sagt Angelika Konrad von der städtischen Abfallberatung.

Zwar kamen dann doch nicht alle, die sich angemeldet hatten, mit knapp 90 Freiwilligen waren die Organisatoren aber überaus zufrieden. „Die Zangen reichen gerade so aus, wenn sich zwei eine teilen“, sagt Konrad. „Aber eine Person muss ja ohnehin den Müllsack aufhalten.“

„Müll findet man ja leider genug hier überall“, sagt Juliane Kolpak von der Boxabteilung der SKG Walldorf, die sich das erste Mal an der Müllsammelaktion beteiligt. Rund um den Badesee sammelt sie all das auf, was andere achtlos weggeworfen haben. Auch Michael Engel ist das erste Mal dabei. „Wenn ich mit dem Rollstuhl hier unterwegs bin, sehe ich immer, was hier an Abfall herumliegt“, sagt er.

Papiertaschentücher und Zigarrenkippen sind noch das kleinste, was sich findet. Immer wieder finden sich Getränkedosen und Flaschen, aber auch ganze Beutel mit Hausmüll. „Das ganz einfach in einen Mülleimer zu werfen, ist ja nicht zu viel verlangt“, sagt Engel. „Mich ärgern besonders die Autofahrer, die den Müll einfach beim Fahren aus dem Fenster werfen“, sagt Regina Engelberg. Gemeinsam mit Engel ist sie am Feld nahe der Bertha-von-Suttner-Schule unterwegs. „Der ganze Straßenrand liegt voll, das muss doch nicht sein“, sagt sie. Regelmäßig beteiligt sie sich am Frühjahrs- und Herbstputz der Stadt. „Besonders schlimm fand ich im vergangenen Jahr diese Ansammlung an Wodkaflaschen, die ich beim Schwimmbad gefunden habe“, sagt sie.

„Eigentlich könnten wir jeden Monat zu so einer Müllsammelaktion einladen“, sagt Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD). Nur eine Veränderung in der Mentalität der Bürger könne wirklich etwas gegen die Verschmutzung bewegen. „Daher ist es gut, dass so viele Kinder und Jugendliche an den Müllsammelaktionen teilnehmen: Die wirken dann auch auf Eltern und Freunde ein, den Müll eben nicht einfach wegzuwerfen, sondern die fünf Meter zum nächsten Papierkorb zu gehen“, sagt Becker. Mehr Mülleimer aufzustellen, sei allerdings nicht sinnvoll, denn es gebe schon genügend im Stadtgebiet. „Wir müssen ja auch mit der Entsorgung hinterherkommen“, sagt er.

Die Sammelaktion sei ein guter Indikator dafür, auf welche Orte im Stadtgebiet besonders geschaut werden müsste, sagt Konrad. „Wir haben dieses Mal auch einige Gebiete neu in die Aktion aufgenommen, etwa den Alten Gerauer Weg oder den Bereich rund um den Badesee.“

Eine Stunde nach Beginn der Aktion stehen an vielen Straßen die Müllsäcke zur Abholung bereit, die freiwilligen Helfer sind immer noch unterwegs und sammeln Abfall ein. „Aber eigentlich müssten die hier mitmachen, die sonst alles einfach wegschmeißen“, sagt Engelbert, „dann würden die sehen, was hier alles so herumliegt.“

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