Wiesbaden

Modernstes Heizwerk in der Region versprochen

  • schließen

Gurdulic holt ESWE Versorgung und Entega als Partner ins Boot. Die Verhandlungen über bessere ökologische und wirtschaftliche Werte sind aber noch nicht abgeschlossen. Dies ruft den Ärger der Grünen hervor.

Das neue Müllheizkraftwerk auf dem Biebricher Dyckerhoffbruch soll die modernste Anlage ihrer Art im Rhein-Main-Neckar-Gebiet werden – so modern dass sie die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionswerte deutlich unterschreitet. Dies teilt das Betreiberunternehmen Knettenbrech&Gurdulic (K&G) mit. Um den Bau der Müllverbrennungsanlage voranzutreiben, hat K&G mit zwei Partnern die neue Bau- und Betriebsgesellschaft MHKW Wiesbaden gegründet. Neben K&G sind ihr der Wiesbadener Energieversorger ESWE und die Darmstädter Entega mit je 24,5 Prozent der Anteile beigetreten. K&G hält 51 Prozent. Das Kraftwerk werde einen „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ kosten, heißt es. Im Januar 2019 möchte K&G den Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium einreichen.

Das Müllheizkraft, das im Oktober 2021 in Betrieb gehen soll, soll mit dem Verbrennen des Wiesbadener Hausmülls Fernwärme und Strom herstellen. Gemäß der aktuellen technischen Planung ist es auf 100 000 Megawattstunden Fernwärme ausgelegt; das ist die Menge, die der bislang einzige Abnehmer ESWE Versorgung verwenden kann. Das Öko-Institut hatte jedoch ausgerechnet, dass die Kraft-Wärme-Auskopplung 16 3000 Megawattstunden Fernwärme im Jahr betragen soll, um so ökologisch und wirtschaftlich wie die Frankfurter Anlage zu sein. Die Gespräche der Stadt mit K&G, die niedrigere Emissionen, eine höhere Auslastung, eine höhere Recyclingquote und nur eine begrenzte Zahl an Lastwagenfahrten erreichen sollen, sind nicht abgeschlossen, einem Sprecher zufolge aber auf gutem Weg. Die Ergebnisse sollen öffentlich vorgestellt werden.

Das Kraftwerksprojekt stößt in der Stadt von Beginn an auf Skepsis, weil es an der Stadtverordnetenversammlung vorbei beschlossen wurde. Auch jetzt reagieren die Grünen verärgert, weil die städtische Gesellschaft ESWE Versorgung K&G finanziell durch den Gesellschaftsbeitritt unterstützt, obwohl die Verhandlungen nicht abgeschlossen sind. „Das Projekt wird mit allen Mitteln durchgedrückt: Erst der günstige Grundstücksverkauf, dann die Ausschreibung mit falschen Prioritäten und jetzt wieder Rückenwind durch eine städtische Gesellschaft“, schreibt Konny Küppers (Grüne). 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare