Ein 55-Jähriger aus Bad Homburg steht wegen Kindesmissbrauchst vor Gericht. In seinem Streichelzoo soll er sich an drei Mädchen vergangen haben.
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Ein 55-Jähriger aus Bad Homburg steht wegen Kindesmissbrauchst vor Gericht. In seinem Streichelzoo soll er sich an drei Mädchen vergangen haben.

Bad Homburg

Missbrauch im Streichelzoo

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
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Ein Bad Homburger steht wegen Kindesmissbrauchs vor dem dem Amtsgericht. Der 55-Jährige soll sich an drei Mädchen vergangen haben. Er bestreitet die Taten.

Ich habe nie irgendeine Handlung gemacht“, sagt der 55-Jährige, und spätestens zu diesem Zeitpunkt wird klar, dass die Verhandlung vor dem Frankfurter Amtsgericht an diesem Tag nicht zu Ende gehen wird. Dem 55-Jährigen werden sexuelle Handlungen an Kindern vorgeworfen. Er betreibt so eine Art privaten Streichelzoo auf seinem Gartengelände in Bad Homburg. Seit Jahren tummeln sich dort Meerschweinchen, Hasen und sogar Ziegen. Und immer wieder jede Menge Kinder. „Herrje, es sind so viele“, sagt der 55-Jährige, als die Richterin ihn fragt, wie viele Kinder sich dort so im Schnitt tummelten.

An drei Mädchen, so die Anklageschrift, soll er sich vergangen haben. Eine Fünfjährige habe er durch deren Loch in der Strumpfhose befingert, einer gleichaltrigen Freundin die Hand in die Hose gesteckt haben. Einer Vierjährigen soll er laut Anklage dann sogar die Hose ausgezogen haben.

Tatort Ziegenstall

In solchen Fällen hoffen Gerichte auf Geständnisse. Nicht bloß, weil es das Verfahren einfacher macht. Sondern vor allem, weil den Kindern quälende Zeugenaussagen erspart bleiben. Doch von einem Geständnis ist der 55-Jährige weit entfernt. Keine Handlungen, nie irgendeine. Bis auf dass er einmal einem Mädchen geholfen habe, dessen Strumpfhose am Zaun zerrissen sei. Wie die Mädchen zu ihren Anschuldigungen kämen, könne er sich nicht erklären. „Ich glaube, wir brauchen die Zeugen und die Sachverständigen – das bringt so ja nichts“, sagt die Richterin. Unter anderem müsse der Angeklagte vielleicht auf seinen Geisteszustand hin überprüft werden.

In diesem Moment lässt der Anwalt des Angeklagten die Katze aus dem Sack: Dies sei schon geschehen, derzeit ein Betreuungsverfahren vor dem Amtsgericht Bad Homburg anhängig – alles deute darauf hin, dass der 55-Jährige demnächst einen Betreuer gestellt bekomme. Bis dahin liegt der Prozess auf Eis.

Kinder, sagt der 55-Jährige, kämen mittlerweile eh nicht mehr in seinen Garten. Das wolle er auch gar nicht mehr.

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