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Ministerium verbietet hessischen Schulen die Klassenfahrten

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Hessische Schulen dürfen nicht mehr in Risikogebiete reisen. Das Land Hessen übernimmt in solchen Fällen die Stornokosten. Das Abitur aber sei nicht gefährdet.

Im Kreis Bergstraße stehen 99 Schülerinnen und Schüler sowie zehn Begleitpersonen unter Quarantäne. Am Freitagabend wurden sie von einer Skifahrt in Südtirol zurückerwartet. Weil ein Schüler und eine Begleitperson seit Mittwoch Grippesymptome haben, sollen die Schüler nun erst einmal zu Hause bleiben.

Es ist nicht der einzige Fall in Hessen. Auch im Main-Taunus-Kreis werden 70 Rückkehrer der Gesamtschule Fischbach von einer Skifahrt isoliert, weil sie auf einem Skikurs in Südtirol Kontakt zu Corona-Verdachtsfällen hatten.

Das hessische Kultusministerium hat nun Klassenfahrten in Risikogebiete, wie sie das Robert-Koch-Institut (RKI) benennt, verboten. Am Freitag ging ein entsprechendes Schreiben an die Schulen. Eventuell anfallende Stornokosten für solche Fahrten will das Land übernehmen.

Schüleraustausche, Studien- und Klassenfahrten in Risikogebiete, die für den Zeitraum bis zum 30. April geplant sind, müssen demnach von der Schulleitung abgesagt werden. Auch der Schüleraustausch mit Schulen, die sich in Risikogebieten befinden, muss unterbleiben.

Nicht davon betroffen sind Klassenfahrten und Ausflüge in Nicht-Risikogebiete. Diese können zwar von der Schule abgesagt werden, allerdings werden dann keine Stornokosten übernommen. Wenn Eltern aus Sorge um ihr Kind die Teilnahme absagen, müssen sie einen möglichen Schaden selbst tragen, sofern dieser nicht von einer Reiserücktrittsversicherung übernommen wird, teilt das Ministerium mit. Gleiches gilt, wenn ein Kind aufgrund einer Krankheit kurzfristig nicht an einer Klassenfahrt teilnehmen kann.

Am 19. März sollen in Hessen die schriftlichen Abiturprüfungen mit dem Fach Englisch beginnen und bis 2. April dauern. Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte am Freitag auf Anfrage, die Durchführung des Landesabiturs sei nach derzeitigem Stand nicht durch die Ausbreitung des Coronavirus gefährdet.

Abiturprüfung nachholen

Mit Erkrankungen durch das Coronavirus solle so verfahren werden wie in anderen Krankheitsfällen auch, heißt es in einem ebenfalls am Freitag versandten Schreiben des Ministeriums an alle Schulen mit gymnasialer Oberstufe in Hessen. Versäume ein Schüler oder eine Schülerin den Haupttermin aufgrund einer Krankheit oder aus einem anderen wichtigen Grund, dann solle die Prüfung nachgeholt werden. Diese Nachtermine liegen je nach Fach im Zeitraum vom 23. April bis zum 7. Mai.

Für den Prüfungszeitraum von 19. März bis 2. April soll eine Hotline für die Schulleitungen eingerichtet werden, teilt das Kultusministerium mit. Dort sollen Fragen geklärt werden können, die möglicherweise kurzfristig auftreten.

Vor allem geht es dabei um mögliche Auswirkungen, die das Coronavirus auf die Abiturprüfungen haben könnte und die nicht im Voraus geklärt werden können. „Es handelt sich um einen sehr dynamischen Prozess“, sagte der Ministeriumssprecher. Die Hotline wird bereits am 16. März aktiviert. 

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