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Eine Radfahrerin düst über den Göttingener eRadschnellweg.
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Eine Radfahrerin düst über den Göttingener eRadschnellweg.

Verkehr in Hessen

Minister will Netz für Radschnellwege

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Verkehrsminister Al-Wazir stellt seine Strategie für eine neue Verkehrspolitik vor. Danach soll es ein gleichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer geben.

Der Stärkste hat Vorfahrt? Das war gestern. Geht es nach dem Willen des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne), so wird es in einigen Jahren ein gleichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer geben: der Autofahrer, der Radler und auch der Fußgänger. Profitieren sollen davon das Klima, die Sicherheit, die Lebensqualität, die Gesundheit der Menschen und auch die lokale Wirtschaft. Radfahrer und Fußgänger erledigten ihre Einkäufe in ihrem Wohnviertel – und nicht auf der grünen Wiese.

Bei einer Tagung am heutigen Mittwoch in Frankfurt will Al-Wazir seine „Nahmobilitätsstrategie für Hessen“ erstmals vorstellen. Der Frankfurter Rundschau liegt das Konzept schon vor. Demnach will das Land Modellprojekte und Wettbewerbe fördern, die die Verkehrswende vorantreiben, indem sie die Bedürfnisse von Radlern und Fußgängern in den Vordergrund rücken, stets mit dem Blick auf eine Verknüpfung mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Deshalb setzt Al-Wazir nicht nur auf Verbände, Vereine oder Kommunen als Mitstreiter, sondern auch auf die Hessischen Verkehrsverbünde. Beispiele sind die kostenlose Mitnahmemöglichkeiten der Räder oder moderne Abstellanlagen für Bike&Ride. Wer sein Rad sicher und trocken parken kann, fährt damit eher zum Bahnhof.

Al-Wazir plädiert dafür, der Nahmobilität möglichst viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen: Es werde ein Konzept für ein vom Land gefördertes hessisches Radschnellwegenetz entwickelt. Ampelschaltungen sollten die Belange von Radlern und (älteren) Fußgängern ebenso stark berücksichtigen wie die des motorisierten Verkehrs. Auch will der Minister Mindest-Qualitätsstandards einführen: für Radwege oder -streifen, aber auch für Abstellanlagen.

Kulturwandel

Die Strategie des Ministers sieht nicht weniger als einen Kulturwandel vor. „Politik und Verwaltung müssen Nahmobilität als selbstständige und gleichwertige Verkehrsart wahrnehmen und kommunizieren“, heißt es darin und: „Nahmobilitätsförderung muss noch stärker als politisches Gewinnerthema verstanden werden.“ Nicht zuletzt spreche auch der finanzielle Aspekt dafür, dem nichtmotorisierten Verkehr mehr Platz einzuräumen. Der Bau eines Radwegs oder eines breiteren Bürgersteigs ist günstiger als eine neue Umgehungsstraße.

Aufklärungskampagnen an Schulen und in den Kommunen sollen das Bewusstsein für die vielen Vorteile wecken. Eine besondere Rolle kommt dabei der neuen „Hessischen Akademie für Nahmobilität“ zu. Sie bietet Fortbildungen an, organisiert Aktionen und informiert über nachahmenswerte Beispiele aus In- und Ausland. Den organisatorischen Rahmen für die neue Strategie setzt die vor einem Jahr gegründete Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen. Vertreten sind in dem Netzwerk Kommunen, Landkreise, Verbände, Wissenschaft, Verkehrsverbünde, das Land und weitere Experten.

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