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Hochhaus oder Zweifamilienhaus? In Dietzenbach wirken sich Unterschiede in der Behausung auf den Mietpreis aus.

Offenbach, Dietzenbach, Rodgau-Rödermark

Mietpreise stagnieren in Kreis-Kommunen

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis im West- und Ostkreis variiert zwischen 6,50 und acht EuroDie Mustermanns suchen eine neue Wohnung. Weil der Vater in Frankfurt arbeitet und das kulturelle Angebot im Rhein-Main-Gebiet so gut ist, will die Familie in den Kreis Offenbach ziehen. Doch die Mietpreise sind so verschieden wie die Städte.

Von STEPHEN WOLF

Kreis Offenbach · 19. Juli · Obwohl Dietzenbach, Neu-Isenburg und Rodgau ähnliche Vorzüge bieten, machen sich deutliche Unterschiede bei der Höhe der Miete bemerkbar. Die drei Städte haben einen S-Bahn-Anschluss. Ein gut ausgebautes Autobahnnetz spannt sich um die Stadtgrenzen und der Rhein-Main-Flughafen liegt auch vor der Haustür. "Weil Wohnungen in Neu-Isenburg schon seit jeher sehr begehrt sind", so sagt der Makler Hans-Michael Parsch, "liegt die Stadt bei den Mieten im oberen Preissegment." Parsch, der auch Vorsitzender der Vereinigung der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Neu-Isenburg ist, nennt die Mieten in Neu-Isenburg relativ stabil "mit leicht stagnierender Tendenz in den vergangenen Jahren". Zwar bestünden auch innerhalb Neu-Isenburgs Unterschiede - die Miete im Stadtteil Gravenbruch liegte unterhalb der Preise in der Innenstadt.

Maßgeblich seien indes die Vergleichsmieten. Er spricht von 7,50 bis acht Euro pro Quadratmeter bei einer 90-Quadratmeter-Wohnung. "In mittlerer Lage eher acht Euro." Dabei ähnele das Preisniveau dem im benachbarten Dreieich. Dietzenbach liege spürbar unter dem im Westkreis. Das bestätigt Gewobau-Geschäftsführerin Elfi Kettler aus Neu-Isenburg. Acht Euro sei hier in der Kernstadt für eine gute Wohnung die Regel. Der Fluglärm ist nach Gewobau-Einschätzung nur ein Aspekt am Rande und habe keinen Einfluss auf das Preisniveau. "Die meisten Leute, die hier leben, versuchen sich mit dem Lärm zu arrangieren."

In Dietzenbach ist es noch ruhig. Doch in einem Gutachten der Stadt heißt es, dass sich durch den Ausbau des Rhein-Main-Flughafens eine "reduzierte Nachfrage von Immobiliengeschäften" zu erwarten ist. Schon ohne Ausbau ist der Mietdurchschnitt in Dietzenbach relativ niedrig. "Der Quadratmeter kostet in der Regel etwa 6,50", sagt Immobilienmakler Harald Fels. Er ist seit 15 Jahren im Geschäft. Im kreisweiten Vergleich zahlen Dietzenbacher niedrige Preise. "Gleichwohl haben wir in der Stadt ein extremes Preisgefälle. "Die Bandbreite reicht von fünf bis acht Euro." Einer der Gründe für die massive Preisdifferenz seien soziale Unterschiede, die sich zwischen Hochhausanlagen und bürgerlichen Vierteln zeigten. Zurzeit profitierten die Mieter außerdem von der allgemeinen wirtschaftlichen Stagnation, welche die Preise in den Keller treibe.

Auch in Rodgau sind die Mieten innerhalb der vergangenen zwei Jahre gesunken, berichtet Gisela Siegler von der Immobilienfirma Junker. Momentan liege der Preis bei zirka sieben Euro pro Quadratmeter für eine Neubauwohnung, früher seien es 7,60 bis acht Euro gewesen. "Bei diesen relativ hohen Mieten sind wir viele Immobilien nicht losgeworden." Die Leute hätten zwar gerne Wohnungen mit einem gewissen Luxus - etwa ein schönes Tageslicht-Bad - wollten aber nicht viel dafür ausgeben. Der Euro sitze nicht mehr so locker wie die D-Mark. "Bevor wir Wohnungen leer stehen lassen, kommen wir den Kunden mit dem Preis entgegen."

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