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Die Mieten in Frankfurt steigen immer noch - allerdings langsamer als noch zu Beginn der 90er Jahre. Begehrt sind vor allem Drei-Zimmer-Wohnungen im mittleren Preissegment.

Frankfurt Stadtteile

Mieten steigen langsamer als andere Kosten

Nachfrage nach Wohnungen übersteigt weiterhin Angebot / Höhere Investitionen in Sanierung statt NeubautenFrankfurt ist ein teures Pflaster. Die Mieten steigen nach wie vor, wenn auch nicht mehr so stark wie Anfang der 90er Jahre. Das gilt auch für die Stadtteile der Mainmetropole, die die "Frankfurter Rundschau" zum Abschluss ihrer Serie über die Lebenshaltungskosten einmal unter die Lupe nimmt.

Von BEN REICHARDT

Frankfurt · 21. Juli · Mag sich der Trend der steigenden Mieten in den vergangenen Jahren auch abgeflacht haben, nach wie vor gilt für Frankfurt: Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Das gelte vor allem hinsichtlich des mittleren Preissegments, also auch für Drei-Zimmer-Wohnungen, sagt Petra Schulte, Geschäftsführerin beim Mieterschutzbund. Gleichzeitig wurde in den vergangenen Jahren mehr Geld in die Instandsetzung und Modernisierung von bestehendem Wohnraum als in Neubauten investiert, sagt Jan van de Loo, im Wohnungsamt für die Mietpreisentwicklung zuständig. Das bedeutet, dass sich die Wohnqualität kontinuierlich verbessert hat.

Wie es nun in den einzelnen Ortsbezirken aussieht, weiß Roland Alles, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt. Das IWU erstellt seit Jahren den Mietspiegel für die Stadt Frankfurt. Zu sehen sind in der Grafik Durchschnittspreise, so dass es selbstverständlich in den einzelnen Bezirken Ausreißer nach oben wie nach unten geben kann. "Die Erhebung ist keine mehrdimensionale Analyse des Wohnungsmarktes", sagt Alles. Das heißt, dass man mit rund 11.000 befragten Haushalten zwar über eine außergewöhnlich große Datenmenge verfügt, dennoch aber nicht alle Details wie beispielsweise Baujahr und Ausstattung der Wohnungen erfassen konnte. Eine konkrete Ursache, warum die Preise in den westlichen Vororten, dem Gallus und dem Gutleut mit 6,14 Euro am niedrigsten sind, ist aus der grafischen Darstellung folglich nicht abzuleiten.

Ein Hinweis könnten die Wohnlagen sein, sagt der Fachmann. Daneben spielten aber unter Umständen auch die Dauer der Mietverhältnisse und die Ausstattung, wie zum Beispiel Zentralheizung, eine Rolle. Von der Wohnlage allein auf den Mietpreis zu schließen, sei also unzulässig - schon allein deswegen, weil die Wohnstruktur der einzelnen Bezirke so eklatant unterschiedlich ist. "Einen repräsentativen Altbau wie im Westend werden Sie in Nied nicht finden", sagt van de Loo. "Ein Vergleich ist deshalb nicht möglich." Erfreulich ist, dass die Mieten in den vergangenen zwei Jahren lediglich um 1,72 Prozentpunkte gestiegen sind. Die Lebenshaltungskosten kletterten hingegen um 2,6 Punkte. Anfang der 90er Jahre war dies noch umgekehrt.

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