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Wohntürme in Frankfurt.

Wohnen

Mietbelastung in Hessen steigt

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Die hessischen Haushalte geben einen immer höheren Anteil ihres Einkommen für das Wohnen aus. Die Einkommen steigen langsamer als die Mieten.

Die hessischen Haushalte, die zur Miete wohnen, haben im Jahr 2018 im Schnitt 28,2 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete ausgegeben. Im Jahr 2014 belasteten die Mieten die Haushalte noch mit im Schnitt 27,3 Prozent. Das geht aus einem Bericht des auch für Wohnungsbau zuständigen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) hervor, den er auf eine Anfrage der Linken im Landtag hin vorlegte. Die Mieten sind in den vergangenen Jahren also stärker als die Einkommen gestiegen.

Besonders hoch ist die Belastung für Haushalte mit geringen Einkommen. Diese liegt zum Beispiel für Haushalte mit Nettoeinkommen von 900 bis 1500 Euro im Monat nach den Zahlen, die aus einer Mikrozensus-Zusatzerhebung zur Wohnsituation stammen, im Hessenschnitt bei 37,4 Prozent, für Empfänger von Transferleistungen bei 38,7 Prozent.

Im Rhein-Main-Gebiet haben Mieter deutlich größere Probleme als in anderen Regionen Hessens, die Kosten für ihre Wohnung zu bestreiten. Für die in dem Bericht zusammengefassten Städte Offenbach, Darmstadt und Wiesbaden wird eine durchschnittliche Mietbelastung von 31,1 Prozent angegeben, für die Bereiche Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Rheingau-Taunus-Kreis von 29,2, für Frankfurt von 29,1 Prozent.

Die durchschnittliche Nettokaltmiete in Hessen lag dem Bericht nach im Jahr 2018 bei 8,60 Euro pro Quadratmeter. 2014 betrug sie noch 6,99 Euro pro Quadratmeter. Am höchsten ist sie nach Zahlen des Mikrozensus mit 10,90 Euro pro Quadratmeter in Frankfurt gewesen. Es folgen die zusammengerechneten Städte Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden mit 9,90 Euro pro Quadratmeter und die Bereiche Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Rheingau-Taunus-Kreis mit 9,40 Euro pro Quadratmeter.

Wer 2018 eine neue Wohnung suchte, wurde bereits mit deutlich höheren Mieten konfrontiert. Die Angebotsmieten waren nach Zahlen des Instituts für Wohnen und Umwelt in Frankfurt mit 14,90 Euro pro Quadratmeter, in Bad Homburg mit 12,50 Euro pro Quadratmeter und in Darmstadt mit 11,70 Euro pro Quadratmeter am höchsten.

Al-Wazir zeigt sich in dem Bericht zuversichtlich, dass vier regulatorische Eingriffe der Landesregierung dazu beitragen werden, dass der Anstieg der Mieten gedämpft und der Wohnungsmarkt beruhigt wird. Er nennt die Ausweitung der Mietpreisbremse auf 31 Gemeinden, die weiter geltenden Kappungsgrenzen, die Verlängerung der Kündigungssperrfrist und den angekündigten Gemehmigungsvorbehalt für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.

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