Betreuung

Mehr Zulauf in Notbetreuung in hessischen Kitas erwartet

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Auch die Kinder von Alleinerziehenden dürfen seit Montag in den Kindergarten.

Nein, sagt Sylvia Weber, volle Kitas erwarte sie nicht. Aber klar ist für die Frankfurter Bildungsdezernentin: „Die Notbetreuung für Kinder wird jetzt neuen Zulauf bekommen.“

Seit Montag gelten in Hessen neue Regeln für die Betreuung. Wichtigste Änderung: Alleinerziehende Mütter und Väter haben einen Anspruch, ihr Kind betreuen zu lassen – und zwar unabhängig davon, ob sie in einem sogenannten systemrelevanten Beruf arbeiten oder nicht. Wie viele Menschen ihre Kinder nun anmelden werden, lasse sich schwer prognostizieren, so Weber.

In Hessen sind knapp 20 Prozent der Eltern alleinerziehend. Doch die Erfahrungen der vergangenen fünf Wochen in Frankfurt zeigen: Längst nicht alle Eltern, die ihre Kinder in die Betreuung geben dürften, tun das auch. So kümmerten sich die Erzieherinnen und Erzieher laut Weber zuletzt um rund 1000 Kinder. Etwa die Hälfte der Einrichtungen war geöffnet. Ziel bleibe es weiterhin, dass alle Kinder in ihrer angestammten Tagesstätte betreut werden könnten, sagte die SPD-Politikerin.

Die Kita-Gebühren entfallen in Frankfurt auch im Mai, so Weber – und zwar auch für die Kinder in der Notbetreuung. Gleichwohl werde die Stadt die Zuschüsse an die freien Träger in voller Höhe weiter bezahlen.

Eltern fordern Unterstützung

Unterdessen hat sich die Landesarbeitsgemeinschaft der Kita-Eltern in Hessen in die Diskussion über eine Öffnung der Einrichtungen eingeschaltet. In einem Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) äußert die Interessensvertretung zwar Verständnis dafür, „dass eine weitergehende Öffnung der Betreuungseinrichtungen nur mit sehr viel Augenmaß und unter Abwägung der Risiken sowie unter höchstmöglichen Schutzmaßnahmen erfolgen kann“. Gleichwohl sei es wichtig, über das reine Betretungsverbot und die Notbetreuung hinaus Lösungen zu finden.

Unter anderem fordert die Landesarbeitsgemeinschaft, Eltern vor Benachteiligungen im Job zu schützen. Zudem müssten die Schließzeiten der Einrichtungen für den Rest des Jahres auf ein Minimum reduziert werden.

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