Intransparenz

Mehr Transparenz bei der Lebensmittelkontrolle

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Dänemarks Lebensmittelkontrolleure verteilen Smileys. In Hessen bekommen Verbraucher weniger Informationen.

Wer in Hessen Zugriff auf die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen haben möchte, der sieht sich vor das Problem gestellt, diese Ergebnisse erst einmal auffinden zu müssen. Andrea Schauff, Fachgruppenleiterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hessen, bemängelt, es herrsche zu große Unklarheit darüber, welche Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen veröffentlicht werden und wo diese einsehbar sind.

Zwar gibt es in Hessen die Hygienemängel-Plattform des Landes, allerdings werden auf dieser Internetseite nur Verstöße veröffentlicht, für die ein Bußgeld von mindestens 350 Euro erwartet wird. Kleinere Vergehen oder positive Kontrollergebnisse sind dort nicht zu finden. Außerdem ist es den freien Städten und Landkreisen selbst überlassen, ob sie die Ergebnisse auf der Plattform oder an anderer Stelle veröffentlichen. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht, lediglich die Vorgabe, dass schwere Verstöße veröffentlicht werden müssen.

Hinzu kommt, dass durch die losen Vorgaben bezüglich der Veröffentlichung von Lebensmittelkontroll-Ergebnissen die Formen dieser Veröffentlichungen stark voneinander abweichen. Ein Landkreis veröffentlicht etwa nur die Paragrafen, gegen die verstoßen wurde, ein anderer beschreibt Hygienemängel explizit. Auch hier liegt keine einheitliche Regelung vor.

Als positives Gegenbeispiel nennt Martin Rücker vom Verein Foodwatch die Handhabung in Dänemark. Dort werden alle Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen direkt in den kontrollierten Betrieben ausgehängt.

Mittels Smiley-Symbolen werden die Verbraucher kurz informiert, ob die letzte Kontrolle positiv oder negativ ausgefallen ist. Wer sich die Berichte genauer anschaut, findet detaillierte Ergebnisse, Anmerkungen des Kontrolleurs und Daten zum letzten Kontrollbesuch. Zusätzlich werden die Ergebnisse der Kontrollen im Internet veröffentlicht. Das System gibt es bereits seit 2001, und es ist in Dänemark fest etabliert. Laut Foodwatch.de fühlen sich die meisten Restaurantbesitzer fair bewertet, und auch ein Großteil der Verbraucher hält demnach das System für eine gute Idee.

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