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Kathrin Krüger (links) und Nathalie Baba am Keyboard.

Mädchenbandprojekt "Bandfieber"

Mehr als singen und gut aussehen

Mit dem Projekt "Bandfieber" will die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst junge Musikerinnen fördern. Jeden Donnerstag treffen sich die Nachwuchs-Musikerinnen für eineinhalb Stunden zur Probe. Von Grete Götze

Von Grete Götze

Antje Köhn schließt den Verstärker an. Brigitte Vock testet das Mikro: eins zwo, eins zwo. Nathalie sucht Akkorde am Keyboard. Erst C, dann G, dann F. Kerstin summt schon einmal den Text. Jeden Donnerstag treffen sich die Nachwuchs-Musikerinnen für eineinhalb Stunden im Keller des Frankfurter Jugendzentrums Heideplatz zur Probe.

"Am Anfang hören wir uns erstmal das Lied an, damit jeder weiß, wie es sich am Ende klingen soll", erklärt Antje Köhn. Schülerin Nathalie hat sich "You give me something" von James Morrison gewünscht. "Dann kriegen sie die Akkorde und den Text." Die Musikerin vom "Frauen Musik Büro" koordiniert zum dritten Mal als Lehrbeauftragte an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst das Mädchenbandprojekt "Bandfieber".

Köhn coacht Kathrin Krüger (26) und Brigitte Vock (55), die beide an der Hochschule studieren. Die eine Musik auf Lehramt, die andere arbeitet schon in der Förderschule und möchte sich weiterbilden.

Am Anfang hat Antje Köhn den Studentinnen erstmal die Instrumente erklärt: den Bass, das Keyboard, das Schlagzeug. Der Musikerin ist es wichtig, dass jeder alle Plätze durchläuft. Ende Oktober sind dann die Schülerinnen dazu gekommen.

Näher an Jugendlichen dran

Das Projekt wird unterstützt vom Frauenreferat, dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft sowie dem Dezernat für Soziales, Jugend und Sport. Ziel ist, dass die (angehenden) Lehrerinnen Praxiserfahrungen sammeln. "Das Studium ist sehr auf die Klassikschiene ausgerichtet", erklärt Kathrin Krüger. Sie findet es wichtig, dass man "in der Schule näher an den Jugendlichen dran" ist. Die Schülerinnen wiederum sollen merken, dass Musik machen nicht nur singen und gut aussehen bedeutet, sondern dass man einen Verstärker anschließen und als Team zusammen arbeiten muss.

"Die Schüler wollen Lieder aus den Charts spielen. Wir müssen dann überlegen, wie man die Bassstimme so vereinfachen kann, dass sie das motorisch hinkriegen", erzählt Brigitte Vock vom Alltag des Projekts.

Nathalie würde später gerne was mit Musik machen. Kerstin auch: Sie möchte Jazz- und Populärmusik in Mainz studieren. Vielleicht wird die Band am Semesterende einen ihrer Songs spielen. Sie komponiert nämlich schon eigene Stücke. Der 19-Jährigen hat das Projekt einen Schub gegeben. "Man wird total motiviert, dass man auch als Frauenband weiter kommen kann." Und dass man das machen soll, worin man gut ist, nicht das, was einem aufgezwungen wird.

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