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In Hessen sollen künftig mehr Corona-Tests vorgenommen werden.

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Mehr Schutz für Heimbewohner in Hessen

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Wir beantworten Fragen zu den Corona-Tests. In Hessen und bundesweit sollen die nun ausgeweitet werden.

Alle Experten fordern mehr Tests. Doch in Hessen wie bundesweit wird rund die Hälfte der Kapazitäten derzeit nicht genutzt. Die Frankfurter Rundschau fragt nach.

Wer wird getestet?

Die gesetzlichen Krankenkassen vergüten lediglich PCR-Tests an Personen, die die Kriterien des Robert-Koch-Instituts erfüllen. Das heißt, sie müssen Symptome haben. Das sind vor allem Infekte der Atemwege. Die haben wegen des Frühlings abgenommen und damit auch die Zahl der Tests.

Bleibt es bei diesen Kriterien?

Es bewegt sich etwas, sagt das hessische Sozialministerium. „Zum Schutz vulnerabler Gruppen und zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung werden aktuell Konzepte für Testungen im Sinne eines Screenings erarbeitet.“ Das hat auch Minister Kai Klose (Grüne) in seiner Regierungserklärung am Dienstag angekündigt. Das Robert-Koch-Institut hat nach Angaben des Ministeriums den Leitfaden für den öffentlichen Gesundheitsdienst überarbeitet, in dem „in bestimmten Kontexten“ auch die Testung asymptomatischer Personen empfohlen wird.

Warum könnte das wichtig sein?

Jeder fünfte Erkrankte zeigte keine Symptome, heißt es in der von dem Bonner Virologen Hendrik Streeck veröffentlichten „Heinsberg-Studie“.

Wie groß sind die Testkapazitäten in Hessen?

Das Ministerium geht davon aus, dass derzeit pro Woche rund 49 000 Tests möglich sind; in Laboren der beiden Universitätskliniken sowie akkreditierten beziehungsweise qualitätsgeprüften Laboren. Die Labore hätten bereits vor Wochen ihre Leistungsfähigkeit stark aufgebaut, etwa der Blutspendedienst Hessen zusammen mit der Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt. „Der Ausbau der Kapazitäten war unter anderem auch notwendig, um alle anderen Patienten mit notwendigen Laborleistungen versorgen zu können.“

Wer testet?

Abstriche nehmen vor allem Kliniken, Ärzte, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen in ihren 15 Testcentern. Diese werden dann an Labore geschickt, die sie untersuchen.

Bundesländer wie das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg testen Bewohner und Personal in Pflegeheimen. Das fordert die SPD seit Wochen. Was sagt Hessen?

Wegen der knappen Testmaterialien bedarf es einer sorgfältigen Indikationsstellung. „Auch in Hessen werden derzeit Konzepte erstellt, wie die medizinische Versorgung und die Patientensicherheit mit durchdachten Testverfahren sichergestellt und die besonders vulnerable Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern von Heimen besonders geschützt werden kann.“

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