Von montags bis samstags brummt das Geschäft im Isenburg-Zentrum, sonntags bleibt es weiter zu.
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Von montags bis samstags brummt das Geschäft im Isenburg-Zentrum, sonntags bleibt es weiter zu.

Einkaufen in Neu-Isenburg

Mehr Samstags-Märkte statt verkaufsoffener Sonntage

  • vonFrank Sommer
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Die Interessengemeinschaft City und die Stadt Neu-Isenburg verzichten vorerst auf die Sonntagsöffnung. Statt dessen planen sie mehr Märkte an Samstagen.

Hanau hat es im vergangenen Jahr vorgemacht, nun zieht Neu-Isenburg nach: Bis auf weiteres sollen keine verkaufsoffenen Sonntage mehr geplant werden. Freiwillig kommt der Verzicht nicht: In den vergangenen Jahren hatten Klagen der Gewerkschaft Verdi immer wieder in letzter Sekunde die verkaufsoffenen Sonntage gekippt.

„Wir sind hier im Fokus der Gewerkschaft Verdi“, sagt Christian Kahnke, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) City, „die hat jedes Mal gegen die Verkaufsöffnung geklagt.“ Da es durch den Einzelhandel im Isenburg-Zentrum viele Verdi-Mitglieder gebe, sei die Stadt das Ziel der Klagen geworden. „Andere Städte konnten sonntags öffnen“, sagt Kahnke.

Mit Blick auf den wachsenden Online-Handel sei der Verzicht auf die Sonntagsöffnung schmerzlich. Der IG-Vorsitzende vermisst aber Rechtssicherheit, das Gesetz sei schwammig formuliert, die Grundsatz-Urteile der Gerichte brächten die Organisatoren in eine Zwickmühle. „Das Fest, das als Anlass für die Sonntagsöffnung dienen soll, muss größer sein als die Verkaufsfläche – wir haben hier aber das Isenburg-Zentrum mit rund 33 000 Quadratmetern. So ein großes Fest gibt es gar nicht, dass beides in Balance steht“, sagt Kahnke. Einem verkaufsoffenen Sonntag ohne die Öffnung der Läden im Isenburg-Zentrum räumt er keine Chancen ein. „Die Mischung macht es, in den umliegenden Straßen wird nicht das komplette Einkaufsangebot abgedeckt.“

Während Neu-Isenburg zumindest bis zu einer möglichen gesetzlichen Neuregelung 2020 auf Sonntagsöffnung verzichten will, planen andere Kommunen mit verkaufsoffenen Sonntagen, etwa Offenbach mit der Offenbacher Woche im Juni oder Dreieich mit den Fahrgass’ Classics im Mai in Dreieichenhain.

In Neu-Isenburg wollen die IG und die Stadt dafür mit mehr Themenmärkten an Samstagen Kaufwillige anlocken. So seien mehrere Themenmärkte pro Jahr geplant. Im Juni wird es einen französischen Markt geben, der Thüringer Handwerkermarkt wird von November auf September verlegt. „Wir haben schon vergangenes Jahr versucht, den 50er-Jahre-Markt oder den Hamburger Fischmarkt zu bekommen“, sagt Kahnke. Auch für dieses Jahr werde die IG versuchen, weitere Themenmärkte zu gewinnen.

Gleichzeitig soll der Wochenmarkt am Samstag gestärkt und erweitert werden. So gibt es inzwischen mittwochs von 14 bis 17 Uhr einen kleinen Markt in der Fußgängerzone, der künftig ausgebaut werden soll. Um die Attraktivität des Marktes am Samstag zu steigern, soll wieder Livemusik angeboten werden. Da es in der Vergangenheit darüber aber Beschwerden von Anwohnern und Beschickern gab, sollen nur noch „ambulante Musiker“ zum Einsatz kommen: Einzelkünstler, die an mehreren Stellen spielen.

Mit einem neuen Slogan möchte die IG den örtlichen Einzelhandel langfristig fördern: In Geschäften hängen „Gude“ -Aufkleber mit QR-Codes aus, die auf die Website der IG City verweisen und die „Generation Smartphone“ zum Einkauf bei den örtlichen Händlern leiten soll.

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