Radfahren

Mehr Radschnellwege durchs Rhein-Main-Gebiet

  • schließen
  • Annette Schlegl
    Annette Schlegl
    schließen

Das Netz an Radschnellwegen im Rhein-Main-Gebiet wird größer. Drei neue Strecken kommen dazu: Eine Verbindung soll quer durch den Kreis Offenbach zum Flughafen führen, eine weitere von Bad Soden nach Frankfurt und eine Route von Wiesbaden nach Frankfurt.

Das Netz an Radschnellwegen im Rhein-Main-Gebiet wird größer. Zu den drei Trassen, die bisher in der Region schon konkret angegangen werden, sollen drei neue Strecken kommen: Eine Verbindung soll quer durch den Kreis Offenbach zum Flughafen laufen, eine weitere von Bad Soden nach Frankfurt und schließlich eine Route von Wiesbaden nach Frankfurt.

Im Kreis Offenbachist ein neuer Radschnellweg von Ost nach West geplant. Er soll Seligenstadt, Rodgau, Dietzenbach, Dreieich und Neu-Isenburg mit dem Frankfurter Flughafen verbinden. Das Projekt war schon im Vorjahr in den Mobilitätsforen des Kreises Offenbach diskutiert worden; jetzt wird eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Am gestrigen Donnerstag unterzeichneten die Bürgermeister der betroffenen Kommunen, die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, die Absichtserklärung.

Ein Name für den neuen Radschnellweg ist schon gefunden: FRM9 wird die Kreisquerspange heißen. Die Machbarkeitsstudie selbst wird erst im zweiten Quartal dieses Jahres beauftragt; der Regionalverband hat hier die Federführung. Binnen 18 Monaten sollte klar sein, wo genau der Schnellweg verlaufen kann und welche Qualitätsmerkmale er erfüllen muss.

Rund 100 000 Euro wird die Studie wohl kosten, schätzt der Regionalverband. Die betroffenen Kommunen beteiligen sich daran jeweils mit 15 000 Euro, der Kreis Offenbach gibt 30 000 Euro dazu. Vom Land Hessen wird ein 50-prozentiger Zuschuss erwartet.

Per Rad durch die Region

Der Startschussfür den ersten hessischen Radschnellweg fiel im Oktober 2018 in Egelsbach. Er beginnt im Darmstädter Stadtteil Wixhausen, zieht sich auf gut 30 Kilometern von Süd nach Nord durch den Kreis Offenbach bis nach Frankfurt und kostet 4,34 Millionen Euro. Bis 2022 soll die vier Meter breite, asphaltierte und beleuchtete Expressroute fertiggestellt sein.
Für den nordmainischen Radschnellwegvon Hanau über Maintal nach Frankfurt – gut 17 Kilometer lang – liegt die Machbarkeitsstudie schon vor.

Die Studie für eine Radtrasseaus Bad Homburg, Oberursel, Friedrichsdorf, Eschborn und Steinbach nach Frankfurt wird laut Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main in Kürze fertig sein. 

Die Bürger dürfen bei der Planung ein Wörtchen mitreden: Ihr Alltagswissen soll in einem Online-Beteiligungsverfahren miteinfließen. Der Regionalverband, der das Projekt organisiert und koordiniert, zieht auch den ADFC, Fachbehörden und Vertreter der Wissenschaft beratend hinzu.

Die Stadt Obertshausen, die an diese Radquerverbindung angeschlossen werden wollte, wird vorerst nicht berücksichtigt. „Wir orientieren uns bei den Korridoren an den Potenzialstudien des Landes Hessen für Radschnellverbindungen“, erklärt die regionale Radverkehrsbeauftragte Antje Quitta auf FR-Anfrage. Die Obertshausener können aber noch hoffen: Eventuell ist eine Querverbindung zwischen dem FRM9 und dem geplanten südmainischen FRM8 (von Hanau über Mühlheim und Offenbach nach Frankfurt) über ihre Stadt geplant.

Im Main-Taunus-Kreissollen zwei Möglichkeiten für Radschnellwege geprüft werden. Die Routen sollen zum einen von Bad Soden nach Frankfurt führen, zum anderen von Wiesbaden nach Frankfurt. Wie Kreisbeigeordneter Johannes Baron (FDP) mitteilte, wird sich der Kreis an den Machbarkeitsstudien beteiligen. „Radschnellwege machen das Fahrrad als Verkehrsmittel noch attraktiver“, erläuterte der Verkehrsdezernent.

Die eine Route könnte von Bad Soden über Schwalbach nach Eschborn führen. Dort wäre ein Anschluss an den „Radschnellweg Vordertaunus“ möglich. Er wird bereits geplant und soll weiter nach Frankfurt führen. Die andere Route führt von Wiesbaden über Hofheim, Kriftel und Hattersheim nach Frankfurt. Der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main wird gemeinsam mit den beteiligten Kommunen und dem Main-Taunus-Kreis in den beiden Studien klären, in welcher Qualität die Strecke ausgebaut und wie die Route geführt werden kann.

Die Kosten für die Studien teilen sich die Kommunen und der Kreis, zudem wird eine Förderung durch das Land beantragt. Der Regionalverband stellt das Personal für die Koordinierung zur Verfügung. Die Gesamtkosten der Studie für die Strecke WiesbadenFrankfurt werden auf 100 000 Euro beziffert, die Kosten der Studie für die andere Route auf 80 000 Euro. Der Kreis übernimmt nach derzeitigem Stand jeweils 2500 Euro.

Die beiden möglichen Radwegverbindungen fußen auf einer Pilotstudie des Landes und einem Beschluss des Regionalverbandes aus dem vergangenen Jahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare