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Mitte 2018 fuhren mehr als 376 000 nahezu täglich zur Arbeit in die Stadt.

Verkehr

Mehr Pendler nach Hessen

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Gut 394 000 Beschäftigte arbeiten in Hessen, wohnen aber in einem anderen Bundesland. Das sind deutlich mehr als vor wenigen Jahren.

Die Zahl der Menschen, die in Hessen arbeiten, aber in einem anderen Bundesland leben, ist erneut gestiegen. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit pendelten zum Stichtag 30. Juni genau 394 230 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ein. Das sind vier Prozent mehr als im Sommer 2018. Noch vor 15 Jahren lag die Zahl laut Arbeitsagentur lediglich bei 281 600.

Aus Rheinland-Pfalz kamen zum Stichtag mehr als 108 000, aus Bayern gut 66 000, aus Nordrhein-Westfalen rund 64 500, aus Baden-Württemberg gut 53 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Nach Baden-Württemberg pendeln allerdings mit fast 60 000 Beschäftigten mehr Menschen aus als ein. Die höchsten Einpendlerzahlen gibt es in den Bereichen Unternehmensführung und -organisation, Verkehr und Logistik, Finanzdienstleistungen und Maschinen- und Fahrzeugtechnik.

Keine Trendwende in Sicht

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren auf immer neue Höchstwerte gestiegen. Im Oktober betrug diese 2,68 Millionen. Rechnet man Selbstständige und Beamte hinzu, ist die Zahl noch deutlich höher. Dieser Boom auf dem Arbeitsmarkt mache sich zunehmend auch bei den Pendlerbewegungen bemerkbar, sagt der Leiter der Regionaldirektion Hessen bei der Agentur für Arbeit, Frank Martin. Eine Trendwende sieht er nicht. „Das ist eine Entwicklung, die sich mit der fortschreitenden Konzentration von Unternehmen in der Metropolregion weiter fortsetzen wird“, sagt Martin.

Besonders viele Pendler zieht Frankfurt an. Mitte 2018 fuhren mehr als 376 000 nahezu täglich zur Arbeit in die Stadt. Zu diesem Zeitpunkt waren fast zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Einpendler. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

„Frankfurt wird seine Attraktivität nicht verlieren“, sagt Martin. Dass es immer mehr Arbeitnehmer nach Südhessen ziehe, mache es aber für Betriebe in den ländlichen Betrieben noch schwieriger, Fachkräfte zu finden. Zugleich wachse der Verkehr weiter. Die Kommunen stünden vor der Herausforderung, ihre Bevölkerung zu halten und eine Infrastruktur mit attraktivem öffentlichen Nahverkehr und ausgebauten sicheren Radwegen zu bieten.

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