+
Auf der Autobahn

Arbeitsmarkt

Mehr Pendler nach Hessen

  • schließen

Fast 380.000 hessische Beschäftigte wohnen in einem anderen Bundesland. 

Die Zahl der Menschen, die in Hessen arbeiten, aber in einem anderen Bundesland wohnen, ist nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit erneut stark gestiegen. Fast 380 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte pendelten zum Stichtag 30. Juni ein. Das sind vier Prozent mehr als vor einem Jahr und sogar gut 53 000 Menschen mehr als noch vor fünf Jahren.

Allein aus Rheinland-Pfalz fahren nach Zahlen der Arbeitsagentur mehr als 106 000 Menschen zur Arbeit nach Hessen, aus Bayern und Nordrhein-Westfalen jeweils fast 65 000, aus Baden-Württemberg gut 52 000. Die meisten Einpendler sind der Statistik nach in der Unternehmensführung oder Unternehmensorganisation tätig. Es folgen Berufe aus dem Bereich Verkehr und Logistik und dem Bereich Einkauf, Vertrieb und Handel.

Bei der Regionaldirektion Hessen geht man davon aus, dass die Zahl der Einpendler angesichts der fortschreitenden Konzentration von Unternehmen in den Metropolregionen und dem dort knappen und teuren Wohnraum weiter steigen wird. Dabei seien die Straßen jetzt schon sehr voll und der öffentliche Nahverkehr an den Kapazitätsgrenzen, heißt es.

Mobilität sei nicht immer freiwillig, betont Frank Martin, der Leiter der Regionaldirektion. Lange Wege zur Arbeit erschwerten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Viele Arbeitnehmer könnten sich das Leben in der Großstadt aber nicht mehr leisten. Gerade für Auszubildende sei es oft nicht möglich, mit einem Ausbildungsgehalt vom Land in die Stadt zu ziehen, sagt Martin. Das führe dazu, dass viele Lehrstellen im Ballungsraum schon heute nicht mehr besetzt werden können.

Immerhin gut 255 000 Menschen pendeln aus Hessen in andere Bundesländer. Nach Baden-Württemberg allein fahren gut 59 000 Beschäftigte. Das sind mehr, als sich auf dem Weg von dort nach Hessen machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare