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Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe.

Kommentar

Mehr Mut!

Die Menschen in Hessen brauchen mehr als den dritten Gesundheitspakt, der mit vielen Allgemeinplätzen daherkommt, aber mit enttäuschend wenig Substanz.

Ärztemangel auf dem Land, Pflegenotstand in den Kliniken oder Altenheimen, unsinnige Rivalitäten zwischen Krankenhäusern im Ballungsraum Rhein-Main: Die Probleme liegen seit Jahren offen auf dem Tisch. Jeder beklagt sie, jeder wünscht sich Besserung. Doch bislang fehlt in der hessischen Politik der Mumm, etwas Großes zu bewegen, einmal auf den Tisch zu hauen. Das ist gewiss nicht einfach. Kostet großen Mut. Die Spieler im Gesundheitswesen sind mächtig. Sie verstehen ihre Interessen zu schützen und zu artikulieren. Scheuen nicht den Konflikt.

Trotzdem brauchen die Menschen in Hessen mehr als den dritten Gesundheitspakt, der mit vielen Allgemeinplätzen daherkommt, aber mit enttäuschend wenig Substanz. Da ist viel von „prüfen“ die Rede, von guten Projekten, die fortgesetzt werden sollen. Wer neue Ansätze sucht, wird nicht fündig. Schade. Wieder eine Chance vertan.

Bei so vielen Akteuren mit unterschiedlichen Interessen kann nur ein seichter Kompromiss herauskommen, der keinem wehtut. Das war schon bei den beiden Vorgängerpakten so, und dieser sieht auch nicht so aus, als würde er der Gesundheitspolitik in Hessen innovative Impulse verleihen. E-Health, Coaching für den Ärztenachwuchs, sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen – alles alte Hüte.

Ein großer Wurf sieht anders aus. Aber gut, dass man mal drüber gesprochen hat.

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