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Die hessische Landesregierung will den großen Sport-, Sozial- und Jugendverbänden in Hessen mehr Geld aus Lottomitteln geben.

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Mehr Lottogeld für Verbände in Hessen

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Sport, Soziales und Jugendarbeit sollen profitieren von zehnprozentiger Erhöhung. Ursprünglich hatte die Landesregierung andere Pläne, doch davon ist sie nun abgerückt

Die großen Sport-, Sozial- und Jugendverbände in Hessen können mit mehr Geld rechnen. Die schwarz-grüne Landesregierung hat sich darauf verständigt, dass sie zehn Prozent mehr als bisher aus Lottomitteln erhalten.

Das geht aus dem Gesetzentwurf der Regierung hervor, der in der nächsten Woche in den hessischen Landtag eingebracht wird. Insgesamt werden zusätzlich 3,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Profitieren werden davon die sogenannten „Destinatäre“, die regelmäßig Geld aus dem Lotto-Überschuss bekommen.

Für den Landessport erhöht sich der Zuschuss um zwei Millionen Euro im Jahr, für die Wohlfahrtsverbände um 530 000 Euro, für die außerschulische Jugendbildung um 660 000 Euro, für den Hessischen Jugendring um 216 000 Euro und für den Ring politischer Jugend um gut 60 000 Euro im Jahr. In der Begründung des Gesetzentwurfs wird den Verbänden eine weitere Erhöhung um zehn Prozent für 2021 in Aussicht gestellt.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Jürgen Frömmrich, zeigte sich zufrieden. Man würdige, dass „die Destinatäre eine gute und wichtige Arbeit“ leisteten, „gerade im Bereich des Ehrenamts“.

In ihrem ursprünglichen Entwurf hatte die Landesregierung vorgesehen, dass nur der ohnehin größte Empfänger, der Landessportbund, eine zehnprozentige Anhebung der Mittel bekommen solle. Für die anderen Verbände war lediglich eine fünfprozentige Erhöhung vorgesehen. Dagegen wehrten sich die Destinatäre mit Erfolg.

Nicht durchsetzen konnten sie hingegen ihre Forderung, die Mittel um 25 Prozent aufzustocken. Seit dem Jahr 2000 habe es keine reale Erhöhung gegeben, beklagte der Vorsitzende des Hessischen Jugendrings, Mario Machalett. Seitdem seien Preise und Personalkosten um etwa 30 Prozent gestiegen. Daher sähen die Verbände in der Anhebung um zehn Prozent lediglich einen „ersten Schritt“. Sie hofften, dass der angekündigte zweite Schritt folge und dann ein dritter Schritt, um die 30 Prozent zu erreichen, erläuterte Machalett. Der Präsident des Landessportbunds, Rolf Müller, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir begrüßen, dass sich in dieser Frage etwas bewegt“, sagte Müller der FR. Auch von der Liga der Wohlfahrtsverbände heißt es: „Wir sind erfreut, dass die Landesregierung den Bedarf der Destinatäre nach einer Erhöhung der Förderung sieht und beabsichtigt, diese zu erhöhen.“ Man sei „sehr gespannt, wie die Beratungen weiter verlaufen“.

Die SPD hält die Forderung nach 25 Prozent mehr Geld für berechtigt, wie ihr parlamentarischer Geschäftsführer Günter Rudolph erklärte. Die Verbände bräuchten Planungssicherheit.

Schwarz-Grün beharrt dagegen auf dem den Zehn-Prozent-Schritt. Eine weitere Erhöhung würde auf Kosten der anderen Empfänger von Lottomitteln aus Sport, Kultur, Denkmalschutz und Sozialem gehen, die keine festen Ausschüttungen erhielten, erläuterte Grünen-Politiker Frömmrich.

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