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Schulen in Hessen

Mehr Lehrer für die Inklusion

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Mehr Kinder mit Förderbedarf werden Regelschulen zugewiesen. Doch es fehlt an Förderlehrern. Das Kultusministerium bewilligt deshalb weitere Stellen. Elternvertreter sehen einen "erstenSchritt".

Die Aufregung in Schulen und unter Eltern war in den vergangenen Tagen groß. Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf waren weiterführenden Regelschulen zugewiesen worden – ohne Ressource. Eltern und Lehrer befürchteten, dass die künftigen Fünftklässler aus Mangel an Lehrkräften keine ausreichende Förderung mehr bekommen würden. Nun steuert das Hessische Kultusministerium (HKM) nach: Es wird in Hessen fürs nächste Schuljahr 58 Stellen mehr in der Inklusion geben, 8,45 entfallen dabei auf Frankfurt. Inklusion scheitere nicht an fehlenden Ressourcen, sagt Ministeriumssprecher Stefan Löwer.

Das HKM wies darauf hin, dass die Zuweisung von Stellen ein mehrmonatiger Prozess sei. „Der ist nicht vor Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen“, sagt Daniel Bognar, Referatsleiter für Förderschulen und Inklusion im HKM. Zunächst würden Prognosen zu den Schülerzahlen erstellt; erst später wisse man, wie sich die Zahl genau darstelle. „Ein größerer Bedarf zieht dann Stellen hinter sich her.“ Die Verwaltung müsste nicht durch Proteste von Schulen und Eltern unter Druck gesetzt werden. Schulen sollten „professionell handeln und abwarten“.

Eine erste Anpassung an den Bedarf hatte es im April gegeben, zusammen mit den nun genehmigten 58 Stellen wird es daher in Hessen 124 Lehrerstellen mehr in der Inklusion geben als im Vorjahr. 19,7 davon in Frankfurt. Die Aufregung in Schulen und unter Eltern von Förderkindern hat das Ministerium aber dazu bewogen, künftig mit der Stellenverteilung anders umzugehen. „Wir wollen der Sorge von Eltern und Schulen Rechnung tragen und frühzeitig informieren, wie es mit den Ressourcen aussieht“, sagte Bognar. Damit nicht wie in diesem Jahr in den Förderausschüssen Schulen Kinder ablehnen, weil sie zu dem Zeitpunkt nicht genügend Ressourcen haben. Für das Schuljahr 2018/2019 verspricht das Ministerium daher schon jetzt 61,9 Stellen zusätzlich für die Inklusion in Hessen, davon 6,2 für Frankfurt. Mit den zusätzlichen Stellen durch die im neuen Schulgesetz eingeführten „Inklusiven Schulbündnisse“ werden dann rund 150 Stellen mehr als jetzt zur Verfügung stehen.

Für Alexandra Cremer vom Netzwerk Inklusion Frankfurt sind die zusätzlichen Stellen „ein erster Schritt“. Nun müsse geguckt werden, ob sie für den individuellen Bedarf ausreichten. Sie ist froh, dass künftig die Stellen schon vor der Verteilung der Schüler aufgestockt werden. „Die Schülerzahlen steigen, da hat es mit reinem Menschenverstand zu tun, die Ressourcen zu erhöhen.“

Ein Problem wird allerdings bleiben: die Stellen mit Förderlehrern zu besetzen. „Das ist schon dieses Jahr nicht leicht gewesen“, sagt Löwer. Aber ein Weiterbildungskurs für Lehrer anderer Schulformen sei gut angenommen worden, damit könne der Bedarf für nächstes Jahr zum Teil gedeckt werden. „Aber ich kann nicht versprechen, dass wir zum ersten Schultag alles besetzt bekommen.“

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