+
Paketbote

Neuerung

Mehr Kontrolle gegen Drogenversand

Die Justizministerin will per Gesetz regeln, dass verdächtige Sendungen besser geprüft werden können.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) will den Versand von Drogen über Briefe und Pakete entschiedener verfolgen. Bisher sei es den Postmitarbeitern durch das Postgesetz nicht erlaubt, Drogen- oder Waffenfunde der Polizei zu melden, sagte ein Sprecher des Justizministerium in Wiesbaden am Dienstag. Deshalb plane die Ministerin eine Änderung des Postgesetzes.

Bei der geplanten Auflockerung müssten beispielsweise Drogenfunde in Briefen der Polizei gemeldet werden, die dann ihrerseits ermitteln kann, erläuterte der Ministeriumssprecher. Durch Fingerabdrücke oder andere Hinweise auf dem Brief könne man so leichter Dealer ausfindig machen. Nach Angaben des Justizministeriums würden die Drogen und Waffen meist auf Darknet-Handelsplattformen gehandelt. „Derzeit können Darknet-Dealer nahezu ohne Entdeckungsrisiko Drogen, Waffen oder kinderpornografisches Material im Inland über die Post versenden“, kritisierte Kühne-Hörmann.

2018 wurden in der Briefermittlungsstelle der Post in Marburg etwa 12 000 Briefe mit Drogenbestellungen gefunden, wie der Sprecher des Justizministeriums sagte. Dort werden Briefe geöffnet, die keinem Absender oder Empfänger zugeordnet werden können. Pro Tag gehen bis zu 16 000 Briefe in dieser zentralen Poststation ein. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare