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Bildung

Mehr Jugendliche in Hessen bleiben ohne Schulabschluss

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Der Anstieg geht laut Hessens Landesregierung auf die verstärkte Zuwanderung zurück. Die Förderung soll ausgebaut werden, vor allem für Deutsch.

Seit Jahren bemüht sich Hessen durchaus mit Erfolg, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss zu senken. Zuletzt sind es aber wieder mehr geworden. Für diese Entwicklung hat das Kultusministerium eine eindeutige Antwort.

Genau 3013 Jugendliche haben nach Angaben des Ministeriums 2018 die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Neuere Zahlen dazu gibt es nicht, klar aber ist: Das waren deutlich mehr als in den Schuljahren zuvor. 2013 lag die Quote noch bei 4,5 Prozent. 2018 dann bei 5,4 Prozent. Das ist immerhin ein Fünftel mehr.

Die Zahlen gehen aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der beiden AfD-Landtagsabgeordneten Rolf Kahnt und Heiko Scholz hervor. Sie wollen von der Landesregierung wissen, was diese gegen den Anstieg unternehmen möchte.

Als Schulentlassene ohne Abschluss gelten Schüler und Schülerinnen, die keinen Hauptschulabschluss erreicht haben. 


Dazu gezählt werden gemäß der Kultusministerkonferenz auch Jugendlichen, die einen Abschluss in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung gemacht haben. pgh

„Es ist offenkundig, dass die Zunahme der Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluss mit einer höheren Zahl von Schülern mit nichtdeutscher Herkunftssprache zusammenhängt“, sagte Ministeriumssprecher Stefan Löwer auf Anfrage der FR. Seit 2015 habe es eine verstärkte Zuwanderung von Flüchtlingen und Migranten aus europäischen Ländern gegeben. Der Anstieg der Quote war vor allem von 2014 auf 2015 besonders hoch. Auch in anderen Bundesländern gab es in diesem Zeitraum eine Zunahme.

Zur Wahrheit gehört auch, dass Hessen mit seiner Zahl von Jugendlichen ohne Abschluss im Vergleich der Bundesländer noch am besten abschneidet. Und dass sich die Anstrengungen der vergangenen Jahre offenbar bezahlt gemacht haben. Denn 2005 erreichten noch 8,6 Prozent der Schulabgänger keinen Hauptschulabschluss. Bundesweit liegt die Quote laut der Caritas-Bildungsstudie 2019 aktuell bei 6,9 Prozent, also deutlich über dem Niveau in Hessen.

Zuletzt ist in Hessen die Quote sogar noch etwas gesunken. War sie zwischenzeitlich bei 5,6 Prozent angelangt (2016 und 2017), sank sie nun wieder auf 5,4 Prozent. Im Kultusministerium geht man davon aus, dass sie noch weiter zurückgehen wird. Ministeriumssprecher Löwer betonte die Bedeutung der Sprachkenntnisse für den Schulerfolg. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte die „Bildungssprache Deutsch“ zum Schwerpunkt seiner Präsidentschaft in der Kultusministerkonferenz der Länder im vergangenen Jahr gemacht.

In seiner Antwort auf die AfD-Anfrage verweist der Minister auf das Sprachförderkonzept des Landes und Programme wie „PuSch – Praxis und Schule“ oder die Osterferiencamps, die gefährdeten Jugendlichen doch noch zu einem Abschluss verhelfen sollen. Vom nächsten Schuljahr an sollen zudem die Vorlaufkurse vor der Einschulung für Kinder mit Sprachproblemen verpflichtend werden. Außerdem soll es dann auch eine zusätzliche wöchentliche Deutschstunde in den Grundschulen geben.

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